29. Juni 2026
Ende mit Schrecken
Geschätzte Passantin, geschätzter Passant,
solltest du es eilig haben, dann lies nur den vorletzten Abschnitt ab „Aber nun“ dieses Journaleintrages. Der Rest ist im Grunde für mich wahrscheinlich wichtiger als für dich.

Wie ich schon in der aktuellen Folge der Podcast-Reihe anmerkte: Das Schreiben ist ein einsamer Job. Damit meine ich natürlich nicht nur das Texte-Erfinden, sondern den kompletten Songwriting-Prozess. Dabei geht man fast nie den einfachsten, den leichtesten Weg. Den erfolgreichsten schon gar nicht. Bei uns ist nicht ein riesiges Team von Autoren beteiligt, die alles in einen Topf schmeißen, dann rumrühren und etwas „Hitverdächtiges“ zusammenbrutzeln, das möglichst allen schmecken soll.
Mein beziehungsweise unser Weg ist ein anderer. Und am Ende mögen vielleicht keine Lieder entstehen, die unzähligen Leuten schmecken, aber sie munden (!) mir selbst und meist noch einigen anderen Menschen. Das soll bitte nicht als Selbstbeweihräucherung verstanden werden. Bei aller Authentizitäts-Ehre und allem liebevollen Eigenbrötlertum ist mir durchaus bewusst, dass jede einzelne Sache, die ich im stillen/lauten Kämmerlein selbst aushecke, andere Menschen auf diesem Planeten tausendmal besser, professioneller und ausgeschlafener draufhaben. Und das ist okay so. Außerdem habe ich ja seit vielen Jahren den phantastischen Lutz, der mir auf die Finger (sc)haut, wenn irgendwas nicht so funktioniert, wie es muss.
Am Ende muss es gut werden. Und was „gut“ bedeutet, entscheiden wir allein.
Dieses Mal wird in meinen Augen verdammt vieles gut werden. „Horrors 2“ fühlt sich richtig toll an, auch wenn es viel, viel früher hätte fertig werden sollen.
Aber bis zum schrecklichen Ende habe ich gefeilt und teilweise auch mit mir selbst gerungen, damit die Songs kompromisslos stark werden können. Gleichzeitig soll das Album natürlich alles bieten, was ein ASP-Album ausmacht – zumindest nach meiner bescheidenen Meinung und hoffentlich auch der der geneigten Hörerschaft, zu der unsere Fühler stets ausgestreckt bleiben. Du weißt schon: Abwechslungsreichtum, Augenzwinkern, Emotionalität, große Melodien, eine Portion bodenloser Frechheit und das Gefühl, dass das Album ausgewogen und aus einem Guss ist.
Plus die meist zu langen Texte (obwohl, diesmal …).
Vor einigen Tagen war es dann endlich so weit. Das letzte Stück ist als Demo im Kasten. Mit einer weiteren Verzögerung, da meine Stimme aufgrund einer merkwürdigen Hitze-Erkältungs-Erscheinung tagelang nicht für die Aufnahmen des Vorab-Gesangs taugte. Noch mehr Geduld beim Endspurt, okay, okay, kriege ich schon hin.
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Ein großes Problem bleibt: Ich habe noch drei komplette „Horrors“-Geschichten in Form von Songtexten übrig.
Was soll ich nur damit machen? Was nur?
Fragt sich dein zutiefst verbundener
Asp
