Journal

29. Mai 2021

GEMEINSAMES REVUE PASSIEREN LASSEN

ENDLiCH! DER FINALE COUNTDOWN

Am Ziel einer langen, langen Reise.

Meine Güte. Ich stelle mir vor, wie andere Bands und Songwriter sich von Song zu Song und Albumthema (wenn überhaupt) zu Albumthema hangeln beim Erzählen. Und frage mich ab und zu, was das wohl für ein Gefühl sein mag. Ob sie wissen, wie froh sie sein können, sich nicht mit Storys herumplagen zu müssen, die über mehrere Alben, mehrere Jahre geschrieben und produziert werden sollen. Ob sie wissen, was ihnen an wundervollen Momenten entgeht? Aber natürlich ist mir bewusst, dass nicht sie, sondern ich aus der Reihe tanze, was all das angeht. Selbst eingeb-rockt und irgendwie natürlich auch zufrieden damit.

Aber zehn Jahre? Eine verdammte Dekade?

Auch wenn wir uns zwischendurch natürlich „im Hotel ausgeruht haben“, ist das doch eine unfassbare, beinahe unbegreifliche Zeitspanne und umfasst damit fast die Hälfte des Bestehens von ASP. Auf jeden Fall ist es ziemlich knifflig, eine Geschichte über eine so lange Zeit hinweg zu erzählen, das dürft ihr mir glauben.

Entsprechend handelt es sich beim kommenden Album „ENDLiCH!“, dem fünften und letzten Teil des Fremder-Zyklus, um eine ganz schön große Sache für mich und uns, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Die Nostalgie und die wunderbaren musikalischen Erinnerungen mal kurz beiseite gewischt und ins Hier und Jetzt zurück: Ich stecke natürlich noch mittendrin, in diesem Grande Finale. Im Gegensatz zu eigentlich allen ASP-Albumproduktionen der vergangenen wasweißichwievielen Jahre habe ich die Arbeiten am Artwork gezielt auf die Zeit nach der Musikproduktion geschoben – ein „Luxus“, den mir das Ausfallen meines Hauptbroterwerbs in Corona-Zeiten ermöglicht hat. Heißt: Noch ist es eben nicht ganz fertig, das neue Album, aber die Erzählung, die Musik, die Songs sind alle im Kasten. Und holy sh*t, was für ein Album das geworden ist! Aber ich möchte nicht vorgreifen. Nein, ich möchte eher „nachfassen“.Bis zur offiziellen Veröffentlichung am 26. November 2021 müssen wir ja alle noch ein ganz schönes Portiönchen Geduld aufbringen.

Da dachte ich bei mir: Ist es nicht vielleicht eine gute Gelegenheit, uns allen die lange Wartezeit zu versüßen und gemeinsam mit euch diese 2011 begonnene Reise noch einmal von Anfang an nachzuvollziehen? In einem gigantischen „Was-bisher-geschah“ zu schwelgen, bevor es im November „ENDLiCH!“ und zum letzten Mal für das Fremder-Kapitel heißt „Fortsetzung folgt …“?
Der finale Countdown ist gleichzeitig ein Finale-Countdown.

Durch alle Artworks der verschiedenen Teile habe ich noch einmal selbst eine Reise gemacht und mir einige nette Aktionen und Fan-Geschenke für euch ausgedacht. Bitte erwartet keinen Fremd-Kinofilm, für so was war in den letzten Monaten weder Gelegenheit noch Budget … aber dennoch habe ich einige echt schnieke Überraschungen für euch!

Bin schon am Signieren, Textzeilen per Hand schreiben, damit alles pünktlich fertig wird. Und momentan sind wir auch an einem recht ungewöhnlichen, ebenso schlichten wie schönen Youtoube-Projekt dran, das sich (wieder einmal) als überraschend aufwendig entpuppte, und nachher sieht es wieder keiner *jammerjammerstöhnächz*. Was ein Glück, dass ich zumindest die Hauptarbeit daran ausnahmsweise delegieren konnte.

Wir werden jeden Monat eines der Alben aus dem Fremder-Zyklus zum Schwerpunkt-Thema machen. Und ja, auch der storytechnische Ausreißer Fremder 1.1 „GeistErfahrer“ wird dabei sein.

Juni: Fremder-Zyklus 1 „fremd
Juli: Fremder-Zyklus 1.1 „GeistErfahrer
Langspielalbum
August: Fremder-Zyklus 2 „Maskenhaft
September: Fremder Zyklus 3 „zutiefst ASP
Oktober: Fremder-Zyklus 4 „Kosmonautilus

Wie gesagt: Wir können uns alle die Wartezeit versüßen, nicht nur auf das Album, sondern auch bis wir uns endlich wieder „live“ beim Rocken begegnen.Denn noch steht all das in den Sternen, aber wir wissen ja: Per aspera ad astra. Und per aspera ad aspera, wenn es gar nicht anders geht. Hauptsache wieder unterwegs!Denn wir wollen natürlich auch ENDLiCH! wieder live spielen. 

Ganz ehrlich: Uns wurde sogar vehement abgeraten, ein Studio-Album ohne eine unmittelbar damit verknüpfte Tournee zu veröffentlichen. Die Flop-Gefahr bei einem noch so genialen Album sei viel zu groß.

Aber ihr kennt mich. Ich folge meinem eigenen Weg über raue Pfade und im vollsten Vertrauen, dass die verrückten ASP-Fans uns hierbei „Rücken an Rücken“ unterstützen.

Viele Fans gaben uns (ob es nun bei „Weltunter“, „Zaubererbruder“ oder „fremd“ war) immer wieder die Rückmeldung: „Auch wenn ein Album  nicht direkt gezündet hat, live hat es mich dann doch schnell vollends überzeugt.
Ich bin mir sicher: Ganz gleich wann, dieser Zauber wird sich wieder entfalte(r)n, vollkommen egal, wie lang die Zündschnur sein sollte.
Doch zuvor genießen wir gemeinsam noch einmal die „ewige Wanderung“, die lange Reise, die mit den Stimmen eines Fremden begann und einem Gebet für eine Zufluchtsstätte.

Und bis dahin gilt, was immer galt: Das Innerste geäußert und aufs Äußerste verinnerlicht.

Viel Vergnügen beim Countdown!

16. Mai 2021

Im Reich des Einhorns

Kapitel 5: Das Reich des Einhorns nie am Tage

Als das „Reich des Einhorns“ wuchs, erinnerte ich mich an alle anderen schönen Zwielichtgeschichten und blätterte begeistert in ihnen herum. Und dabei fielen mir auch wieder die feinen kleinen Ein-Lied-CDs in die Hände, die einigen der Bücher beiliegen. Nur dass bei „Nie am Tage“ ja gar kein 1-Track-Silberling dabei ist, sondern dieser sogar zwei Titel aufweist. Neben der von mir gesungenen Fassung des Songs haben wir noch eine zweite aufgenommen, bei der die großartige Nic Frost mit ihrer Gänsehautstimme eine Version beigesteuert hat. 

Diese gefiel mir beim Wiederhören erneut so irre gut, dass ich kurzerhand beschloss, diese schöne Aktion zu wiederholen. Ich fragte also Nic Frost, und sie war wieder mit Begeisterung dabei. 

Und um der zweiten Variante des Titels noch eine weitere für dich als Hörer spannende Besonderheit zu verpassen, luden wir kurzerhand meinen Freund Holger Much in Patricks Studio ein (wobei „kurzerhand“ in Pandemie-Zeiten immer ein bisschen weniger kompliziert klingt, als es ist), und er brachte seine zauberhafte Flötenkunst in das Reich des Einhorns.

Direkt aus Griechenland gelangte die wunderbare Violine in unsere Aufnahme, denn dank moderner Technik ist auch der geniale Geiger Nikos (du kennst ihn auch von „Zaubererbruder live und für immer“) wieder zu hören.

Wie in einem der anderen Kapitel bereits erwähnt, musste das „Einhorn“ eine lange Reise machen, bevor es nun endlich deine Sinne erfreuen darf, was uns Beteiligten natürlich sehr am Herzen liegt, und von der wir hoffen, dass sie sich auch für dich am Ende gelohnt haben wird.

Der arme Fuchs wird noch ein Weilchen länger warten müssen, denn nun heißt es erst einmal: Konzentration auf ENDLiCH, den Abschluss des Fremder-Zyklus, und nebenbei die Vinyl-Freunde noch mit zwei erstaunlichen Veröffentlichungen erfreuen.

Bis dahin heiße ich alle herzlich willkommen

IM REICH DES EINHORNS


15. Mai 2021

DAS REICH DES EINHORNS

Kapitel 4: Das Matrjoschka-Einhorn. Vom Songtext zum Buchscript

Sicher, sicher. Es wäre durchaus möglich gewesen, Fabia Zobel, der ausgezeichneten Illustratorin, einfach den Songtext in die Hand zu drücken und diesen bebildern zu lassen.

Aber wie schon bei den „Zwielichtgestalten“ (und auch vielen anderen Zwielichtgeschichten) war mir das irgendwie zu simpel und wollte so gar nicht zu der aufregenden, verstrickten und verzwickten Entstehung dieses Liedes passen. Es wäre mir irgendwie vorgekommen, als wäre die Geschichte dann entgegen der Tradition und dem Geschehen unangemessen erzählt worden. Deswegen setzte ich mich zur Abwechslung (!) mal auf meinen faulen Schreiberlings-Hintern und entwickelte eine Geschichte um die Geschichte, eine Erzählung über die Wichtigkeit des Erzählens. Das „Reich des Einhorns“ sollte gleichzeitig aufzeigen, wie wichtig diese Art Fabelwesen für unsere innere, kindliche Gesundheit ist, und wie förderlich und bereichernd.

Vielleicht wollte ich allen, aus deren Leben man die Einhörner irgendwann mit kalter Faktenfaust vertreiben wollte, das Fabel-hafte und seine Legitimation in unserer Welt stellvertretend zurückgeben. Hey, ich bin ein großer Verehrer und Freund der Wissenschaft und der Forschung und entsprechend auch der knallharten Fakten. Gerade in der heutigen Zeit und der Situation mit der Pandemie. Aber anstatt sich irgendwelche negativen kruden Verschwörungen zusammen zu phantasieren, ist es doch viel bereichernder, wenn man seiner Phantasie etwas Nahrung gibt und Positives entstehen lässt.

Es ist mein Glaubensbekenntnis: Gute Geschichten zu erzählen und erzählt zu bekommen, ist immens wichtig. Für unsere Psyche, für unseren Verstand, für unsere Existenz.

Das soll nun nicht allzu großspurig klingen. Auch die kleinen Erzählungen sind von Bedeutung. Und eben so eine versuchte ich zum Song zu schreiben.

Fabia hat eine extrem bezaubernde Interpretation dieses Scripts erschaffen, die nur darauf wartet, von dir entdeckt zu werden.

Fortsetzung folgt …

12. Mai 2021

Vinyl-Träume werden wahr!

Ladies and gentlemen!

Ich bin stolz, euch heute das Ergebnis von monatelanger Arbeit präsentieren zu dürfen!
Zwei wunderbare Vinyl-ReReleases!

Das Label Trisol Music Group hat bereits im vergangenen Jahr angeregt, zwei wichtige Aufnahmen aus dem ASP-Back-Catalogue endlich wieder bzw. zum allerersten Mal in einer Vinyl-Ausgabe herauszubringen. Der Schallplattenmarkt ist im Augenblick hart umkämpft, denn Presskapazitäten und Rohstoff sind extrem knapp. Die Vinyl-Kleinauflagen für Sammler scheinen immer stärker von den Labels gefragt, sodass sich Engpässe und extrem lange Lieferzeiten ergeben.

Das hat leider nichts mit einem boomenden Tonträgermarkt zu tun. Da die CD bedauerlicherweise immer stärker an Bedeutung verliert, stellen die kleinen Vinyl-Auflagen augenscheinlich eine letzte und wichtige Bastion der Wertschöpfung für Labels und Künstler dar.

10 JAHRE FREMD

Jaja, so lange ist das schon her!
Zum 10. Jubiläum des wegweisenden ersten Kapitels des Fremder-Zyklus gibt es das Album endlich wieder für den Plattendreher – und zwar in gleich drei unglaublich schönen Varianten, sodass ihr die freie Auswahl habt, in welcher der streng limitierten Fassungen ihr sie aussuchen möchtet, die Doppel-LP

FREMD – FREMDER ZYKLUS TEIL 1

Viele der Songs haben auch heute noch einen festen Platz in den Setlisten der Konzerte, die hoffentlich bald wieder stattfinden dürfen.

Wir freuen uns, dass in eben jenem Jahr, in dem der Fremder-Zyklus mit dem neuen Album ENDLiCH! sein Grande Finale erfahren soll, dieser Meilenstein der Band-Historie wieder in dieser Form erhältlich sein wird.


VERFALLEN!

Trommelwirbel! Lange Zeit gefordert und nun endlich, endlich zum allerersten Mal auf Vinyl: der komplette VERFALLEN-Wahnsinn in einer limitierten Box. Auf 4 Schallplatten findet ihr die beiden Zwischenalben ASTORIA und FASSADEN gemeinsam in einer speziell von Original-Artworker Joachim Luetke für diesen Anlass designten Box.

Die ofen-rostroten Vinyl-Scheiben werden begleitet von einem 32-seitigen Booklet im Großformat 30 x 30 cm.

Zur Verfallen-Box


Ist das geil? Ja. Das ist es.

Asp

11. Mai 2021

DAS REICH DES EINHORNS

Kapitel 3: Die Wege des Einhorns sind unergründlich


Irgendwie scheinen viele Herumor-Songs einen gewissen Leidensweg zu brauchen, um das musikalische Licht der Welt zu erblicken. Etwa um die Zeit, als ich den Beagle’schen Fabelwesen im Wald nachstellte und nicht die richtigen Worte zu finden schien, ging ich in die Planung für ein höchst interessantes Tourkonzept und die äußerst komplexen Planungen. Die Konzertreise sollte Dunkelromantische Winternächte heißen, und der Untertitel sollte sein: KreaTour. Denn, ohne zu spoilern kann ich dies verraten, als großes Überthema sollten natürlich die mannigfaltigen, mal mehr, mal weniger gruseligen Wesen dienen, die sich in der ASP-Welt tummeln. Im Jahr 2019 begannen wir mit der Planung und ich mit der Songauswahl. Das ursprünglich für das Story-Folk-Projekt Herumor angedachte Einhorn-Lied bot sich mehr und mehr als Teil dieser märchenhaften Tour an, schließlich würde es wunderbar ins Konzept passen. Und so eine Live-Premiere eines neuen Stücks … das ist schon immer was Besonderes. Welch Verlockung! Also klemmte ich mich dahinter und begann damit, das Musikstück zu basteln. Was die Instrumentierung anging, war der Unterschied zwischen Herumor und einem ASP-Unplugged-Gig nicht besonders groß, schließlich würde es eine „Akustik-Tour“ werden. So trabte die kleine Herde lockeren Schrittes in Richtung ASP, und gemeinsam mit meinem Freund Lutz Demmler begann ich, ein kleines Gehege für sie zu bauen, damit sie sich auch in der KreaTour-Umgebung zu Hause fühlen würden.

Aber dann kam alles anders. Im Frühjahr 2020 fegte die Corona-Pandemie über den Planeten und damit alle unsere Pläne hinweg. Der Rest ist Geschichte, aber noch lange nicht vorbei!
Ich war erstmal beschäftigt, unglaublich viele nützliche und überlebenswichtige, genauso unnütze, aber unvermeidbare Arbeiten zu erledigen. Ach, ihr unschätzbaren Stunden, Wochen und Monate meines Lebens, die ich durch Corona-Umplanungen verlor, ich trauere um euch, trauere um die wundervollen Dinge, die, während ihr verstrichen seid, eigentlich hätten erschaffen werden sollen.
Dahin, dahin seid ihr, wie der Schnee vom vergangenen Jahr und sogar dem des Jahres davor.
Als klar wurde, dass die Tour ein zweites Mal verschoben werden müsste, eine Tatsache, die ich lange nicht bereit oder fähig war zu akzeptieren, da fingen die Einhörner an, mächtig unruhig zu werden. Derart lange eingepfercht zu bleiben, das wollte ihnen ganz und gar nicht behagen.

So schrecklich das auch war und ist, plötzlich rutschte alles wieder an seinen ursprünglichen Platz! Das „Reich des Einhorns“ würde also wieder das werden, was es immer hätte sein sollen. Ein Herumor-Stück.
Wer nun wie ich ein wenig traurig ist aufgrund der Tatsache, dass er und ich um diese wunderbare Idee der Live-Premiere gebracht wurde, dem kann ich nur tröstend-verschwörerisch zuraunen: „Aber du kennst mich doch, ich werde es mir nicht nehmen lassen, einen passenden Ersatz auf die Setlist zu zaubern.“
Hoffen wir, dass die langfristige Verschiebung dieser einmaligen Tour nun tatsächlich die Chance erhöht hat, dass wir sie spielen dürfen, wenn es so weit ist.

Bis dahin haben wir nun allerdings eine ganz fabelhafte Veröffentlichung als Trostpflaster: einen neuen Herumor-Song!

Und da ich so ausnahms-weise war, schon gleich zu Beginn der Einhorn-Jagd die großartige Fabia Zobel nach einer neuen Zusammenarbeit zu fragen, auch das passende Buch, welches nun als Zwielichtgeschichten 6 veröffentlicht werden wird.

Fortsetzung folgt …


7. Mai 2021

DAS REICH DES EINHORNS

Kapitel 2: Einhörner sind nicht leicht zu fangen



Als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, dachte ich, es sollte doch von nun an ein Leichtes sein, und fing, mit einer vagen Melodie im Herzen, an, das Songtextgedicht zu schreiben. Noch immer wollte ich keinesfalls ein Lied zum „letzten Einhorn“ erschaffen. Vielmehr sollten all die verschiedenen Einhörner, die mich gepiesackt hatten, zu einem einzigen vereint werden. Das wäre doch nur fair nach all dem Hörnergepieke? Ich machte mich also auf die Suche nach dem, was sie alle gemeinsam hatten in Peter S. Beagles sehr unterschiedlichen Geschichten, machte mich auf die Spur nach dem gemeinsamen Ton, der hinter den Erzählungen vibriert.

Die eigene kleine Erzählung wuchs, aber der Ton wollte und wollte nicht stimmen. Immer wieder schlich sich etwas allzu Süßliches, fast Kitschiges in die Zeilen (wie mir meine wachsame Lektorin bestätigte). Man muss es sich vorstellen wie den im ersten Journal-Kapitel erwähnten Zeichentrickfilm, der sich immer wieder vor das ursprünglich zugrunde liegende Buch drängte. Als hätte man den Kuchen mit zu viel Zucker versehen und ihn danach in Sahne ersäuft. Die Einhörner zogen sich tiefer und tiefer in ihren magischen Wald zurück, und ich drohte, langsam, aber sicher ihre Spur zu verlieren. Es war wie verhext.

Schon neckte mich die Fuchs-Textskizze, ob ich es stattdessen nicht lieber noch einmal mit ihr versuchen wolle. „Auf, auf, hier bin ich schon und warte. Komm und hasch mich, wir Füchse sind doch viel hübschere Tiere, und ganz pflegeleicht sind wir auch. Solange du nicht den Hühnerstall offenlässt. Nun komm schon, vertrau mir!“
Aber schließlich gelang es mir, mich von allem unnötigen Ballast freizumachen. Ich wusch alles ab, was mich vom reinen Einhornwesen ablenkte, und pirschte mich an. Als wären alle störenden, eine unangenehme Witterung auslösenden Gerüche nun abgelegt, fand ich endlich die kleine Lichtung, auf der die Einhörner im Schatten eines großen Baumes friedlich und in völliger Eintracht auf mich warteten. Scheu zwar, aber zutraulich.
Nach und nach gelang der Text. Ich hoffe, er wird auch ohne die Extraportion Zucker und den Berg Schlagsahne munden.

Fortsetzung folgt …


5. Mai 2021

Hör-Tipp

Ihr schönen Menschen,

ausnahmsweise ein Hörtipp außerhalb der ASP-Welt. Aber dennoch nah an unserer Lebensrealität.
In einem Newsletter der genialen Loreena McKennitt wurde der Link zu diesem sehr interessanten Interview (Audio, englisch) gepostet.
Diesen möchte ich gerne mit euch "teilen".
William Deresiewicz, Autor des topaktuellen Buches "The Death of The Artist"
berichtet über die Situation von Künstlern in der neuen Ära der veränderten Wertschöpfungs-Situation. Das Interessante daran: Er selbst ist kein Künstler (sagt er), weshalb er m.E. einen besonders unverstellten Blick auf die Angelegenheit zeigt.

Wer also des Englischen mächtig ist, darf gerne mal ein Ohr riskieren.

Zurück an die Arbeit mit mir. Ein sehr, sehr wichtiges Foto-Shooting steht an ;)

Asp


1. Mai 2021

DAS REICH DES EINHORNS

Kapitel 1: Einhörner sind mächtige Wesen

Lass mich dir eine Geschichte erzählen:

Seit Jahren liegt die Idee auf meinem Tisch, einen Song zu schreiben, der meine Verehrung für den wunderbaren Schriftsteller Peter S. Beagle ausdrückt und eine Hommage an seine phantastischen Werke darstellt. Nun geht es mir eigentlich fürchterlich auf die Fan-Nerven, dass Mr. Beagle hierzulande eher wenig bekannt ist, und das, obwohl seine Bücher sogar bei der ehemals mächtig zuverlässigen „Hobbit Presse“ verlegt wurden. Verlegt ist das richtige Wort, denn sie scheinen die Buchrechte oder ihr Interesse daran wohl irgendwie verschusselt zu haben. Die meisten seiner großartigen Werke werden momentan bei uns nicht mehr aufgelegt. Andererseits fühle ich mich ihm, dem fernen Autor, dadurch umso verbundener, diesem fabelhaften Geschichtenerzähler, denn man kennt das ja: Die richtig guten Sachen sind meistens nicht gleichzeitig die berühmtesten oder erfolgreichsten (Wink mit dem Zaunpfahlzaun *zwinkerzwinker*), nicht wahr?
Am bekanntesten ist wohl nach wie vor seine zauberhaft poetische Fantasy-Story „Das letzte Einhorn“ beziehungsweise bedauerlicherweise die Umsetzung als Zeichentrickfilm, die seit 1982 viele Generationen von Kitschfreunden zu begeistern versteht. Nein, das ist ein zu hartes Urteil. Immerhin schrieb Peter S. Beagle selbst das Drehbuch, was die Romanfreunde vor dem Schlimmsten bewahrt hat, und mit den unsterblichen Lied-Beiträgen von America hat man auch nicht den schlechtesten Fang gemacht. In der deutschen Synchro gibt es unter anderem einen prächtig aufgelegten Torsten Sense als Schmendrick zu hören und, merkwürdigerweise, auch den großen Christopher Lee. Ach, alles in allem und mit mehreren zugedröh…drückten Augen muss man sich nicht schämen, wenn man den Film okay findet.

Zeit für das große Aber: natürlich kein Vergleich zum Buch.

Wer sich davon überzeugen möchte, aber lesefaul ist: Es gibt eine akustische Fassung vom unvergleichlichen Andreas Fröhlich. Anhören!

Aber außer dem letzten Einhorn? Pustekuchen.

Seine anderen Werke sind so gut wie unbekannt. Teilweise sogar nicht einmal auf Deutsch erschienen. Schande! Schande! Schande!
Ich also, stets um ausgleichende Gerechtigkeit bemüht, wollte aufgrund dieser Tatsache auf keinen Fall ein Einhorn-Lied schreiben. Auf. Kei. Nen. Fall.

Schon gar nicht über „das letzte Einhorn“. Nein, ich wollte etwas besonders Tolles zu einem oder mehreren seiner anderen Geschichten verfassen. Tja. Nur zu welcher? Sind ja alle so gut.
Du kennst sicher den guten alten Ausdruck „die Qual der Wahl“. Mit der plagte ich mich herum. Und plagte mich. Und plagte mich noch etwas mehr und länger. Nun, ich bin eigentlich nicht für Schreibblockaden bekannt, eher für Lebeblockaden, während das Schreiben läuft wie am Schnürchen … Und immer hörte ich das leise Hufgetrappel im Hintergrund, während ich mir den Kopf zerbrach. Beherrschen Einhörner das Anschleichen? Ich bin mir nicht sicher. Peter S. Beagles Einhörner können das. Ob es nun das aus der „Sonate des Einhorns“ ist oder „In Kalabrien“ wohnt. Eigentlich bemerkenswert, dass das „letzte Einhorn“ das erste Einhorn aus Mr. Beagles Feder war.
Irgendwann fing ich an, trotzig ein Lied über einen Fuchs zu skizzieren, einem anderen Roman folgend. Der wollte sich aber partout nicht aus seinem Bau locken lassen, während ich, angespannt wie ein Jagdhund, vor dem Erdloch saß und wartete, dass er sein freches Näschen endlich herausstrecken möge. Vielleicht liegt es an meiner Abneigung gegen die Fuchs- (und auch andere Arten der) Jagd, dass er mir nicht zufliegen oder -schnüren wollte? Mir allerdings schnürte sich langsam, aber sicher die gute alte Deadlineschlinge zu, die ich mir selbst um den Hals gelegt hatte. Und dann dieses feine, leise Wiehern immerzu, wie ein Echo aus einem Traum.
Eine Zeit lang schaffte ich es sogar, es zu ignorieren. Nichts da! Ich schreibe doch keinen Einhorn-Song, nur weil … äh … ja, genau! Man hat doch seinen Stolz*. Aber Peter S. Beagles Einhörner trabten als kleine Herde an und taten etwas, das man eher Rudeljägern zutrauen würde als diesen scheuen Wesen. Sie kreisen mich ein, piesackten mich mit ihren magischen Hörnern und ließen nicht mehr von mir ab.
Man kann vieles über mich behaupten (und tut es zweifellos), aber nicht, dass ich nicht wüsste, wann ich aufgeben muss.

Und so schrieb ich ein Lied über Einhörner.

Fortsetzung folgt …


*Oder hatte ich den nicht irgendwann Ende des letzten Jahrtausends mit den Ungeschickten Liebesbriefen abgegeben?


30. April 2021

OHNE KUNST UND KULTUR WIRD ES NICHT STILL

Liebe Freunde,

mir ist bewusst, dass die nachfolgenden Zeilen nicht nur auf Begeisterung stoßen werden. Sie sollen lediglich ein Denkanstoß sein, nicht mehr und nicht weniger.
Die Aktion selbst möchte ich damit nicht schmähen, auch wenn ich deren Tendenzen, die einzelnen Kunstbereiche und die Akteure darin in Wer-verdient-es-am-meisten-Kategorien einzuteilen, eher bedenklich finde.

Und immer dran denken: Es ist doch nur ein Gedicht.


Ohne Kunst und Kultur wird es leider nicht still
     oder: Das Weinen der Dinosaurier vor dem Einschlag
     oder: Ein GaRant für weniger Follower
     und: Unentschlossene Erzählperspektive


Ach, wäre es nur so, wie sie’s behaupten!
Wie herrlich wäre es, herrschte mal Stille …
Wie gut es täte, wenn nicht alle glaubten,
es gäb die Kunst in unbegrenzter Fülle.

Wie heilsam wäre so eine Erfahrung,
wenn alles mit „uns“ einfach so verschwände.
Welch augenöffnerische Offenbarung,
wenn alles, was wir schufen, fänd ein Ende.

Stattdessen ist der Kern unsrer Probleme
der Umstand, dass man alles immer findet
und jederzeit auf unendlich bequeme
und simple Weise kriegt, was nie verschwindet.

Dabei ist’s gleich, ob Bilder oder Töne,
ob es Theater seien oder Museen:
Man drückt auf Tasten nur für alles Schöne,
und alles ist sofort und leicht zu sehen.

Gibt es vielleicht auch keine neuen Werke,
wird es kaum leiser und schon gar nicht still!
Verliert das Aktuelle auch an Stärke,
bekommt doch jeder stets das, was er will.

Das Internet ist nun der neue Weltraum:
Unendlich sind die Weiten, die uns locken.
Der einzelne von uns, ihr wisst, der zählt kaum,
bekommt man Füllhörner beim Stubenhocken.

Es reicht, um alles dort zu konsumieren,
doch nicht einmal die längste Lebenszeit.
Auch wenn sich manche noch so echauffieren:
Es bringt nichts, und der „Kunde“ ist dich leid.

Dabei ist es egal, in welcher Rolle
du welche Art der Schöpfung bringst ins Net,
beschwerst du dich, erscheinen sofort Trolle,
rechtfertigen den Raub als Netikett.

Denn Freiheit ist, wie im realen Leben,
natürlich nur die eigne, wenn man nimmt.
Den Schöpfern bleibt schlussendlich nur das Geben.
Man stellt sie ruhig, sind sie darob verstimmt.


Sie sind diejenigen, die still sein sollen,
sie sind die, die man langsam mundtot macht.
Konzerne nehmen indes, was sie wollen,
und ihnen hat’s Milliarden eingebracht.

Oh nein, ganz gleich, für welche Kunst du blutest,
dich aufopferst und schuftest wie ein Wilder,
wenn man dir einen Cent in deinem Hut lässt,
dann lächle dankbar! Poste davon Bilder!

Ob du auf Bühnen rockst oder daneben,
ob du für Schauspiel oder Lesung brennst,
ist Kleinkunst oder die Regie dein Leben,
egal, was du an Kunst Berufung nennst:

Es wird nie leise, gleich, woran wir glauben!
Und wer’s noch hofft, ist leider nicht gescheit.
Weil Großkonzerne uns längst alles rauben!
Sie haben uns und Rezipient entzweit.

Enteignung nennt man heute lieber „Teilen“,
auch wenn es Dritte sind, die profitieren.
So wird uns unser Schicksal bald ereilen,
und niemand wird den Unterschied groß spüren.

Ach, wenn doch ohne uns bloß Stille wäre,
und herrschte sie nur eine Woche lang,
das Überangebot ersetzt durch Leere,
verschwunden, kurz, Theater und Gesang!

Wenn alle Screens ein Weilchen nichts mehr zeigten,
auf allen Endgeräten: Sendeschluss!
Wenn gestrige Orchester nicht mehr geigten
und nirgends tränke Romeo den Kuss.

Wenn längst Verblichne wirklich müssten schweigen
und alles, was umherschwirrt, konserviert?
Würd man nicht mehr als Endlosschleife zeigen,
was dort im Äther ewig existiert?

Mag sein, wir lernten endlich neu das schätzen,
was mit viel Herzblut wird vom Nichts zum Werk?
Doch leider sind wir alle zu ersetzen.
Und Sisyphos gleich nehmen wir den Berg.

In Krisenzeiten suchen wir Verständnis
und hoffen, dass man uns noch retten will.
Doch besser stünde uns wohl die Erkenntnis:
Es wird auch ohne uns doch niemals still.

Wertschöpfungsketten wurden längst zerbrochen,
dies wiederum bricht uns heut das Genick.
Nun haben wir uns auftrittslos verkrochen,
und mancher kommt wohl später nicht zurück.

Die Kreativen warn vor einer Weile
mit ihren Konsumenten tief verbunden.
Doch die Vampire trieben giftge Keile
dazwischen und beschenkten „ihre Kunden“.

Und weil so viele die Geschenke wollen,
hat es natürlich kaum einen gestört,
dass nichts davon den lieben, ach so tollen
Heilsbringern und Gewinnern je gehört’.

Sie sind nicht Schöpfer, doch sie schöpfen alles
gewissenlos schon ab, als wär’s normal.
Uns speisen sie im besten Fall des Falles
mit einem Mikroanteil ab. Genial!

Solln euch danach doch Google und Konsorten,
Spotify, Prime und ähnliche Plattformen,
die aller Künstler Lohn bei sich nun horten,
Konzerte und ein Bühnenstück performen!

Wir wollen keine Almosen und Spenden!?
Wir wollen nicht das Publikum verstimmen!
Wir wolln nur unser Schaffen nicht beenden
und nicht das Bühnenlicht für immer dimmen.

Nun zahlen wir die Rechnung für das Dulden.
Das zeigt die Not in dieser Pandemie.
Geschah auch manches ohne dein Verschulden,
still wird es ohne uns am Ende nie.

7. April 2021

Zoom Out 4

Bei den meisten Schauern und Hörern dürfte bereits bei Zoom Out 3 der Groschen gefallen sein … nicht wahr?

6. April 2021

ZoomOut 3

Holger Much und Asp haben da gemeinschaftlich an einer wunderbaren Sache gearbeitet. Was es geworden ist, kannst du dir selbst ausmalen.

4. April 2021

Zoom-Out 2


Lass tauchend dich ein!
Setz dich nicht zur Wehr!
Lass dich einfach sein!
Du wirst sehn, du hast viel noch zu geben.
Je weiter man dringt
ins lichtlose Meer,
je tiefer man sinkt,
desto einfacher wird dort das Leben.


31. März 2021

Zoom-Out 1


Was war der große Absturz damals im Vergleich
zu jenen, die danach noch öfter folgen sollten?
Du lebst als Schiffbrüchiger seither im falschen Reich,
als wärst du an Gestaden frierend angeschwemmt.
Doch auch als wär die Heimat weiter noch entfernt,
wo keine Wellen an bekannte Strände rollten.
Vielleicht vorm schwarzen Himmelszelt so reich besternt.
Wie es auch sein mag, sicher ist, du bleibst hier fremd.


6. Februar 2021

Fortsetzung oder neues Buch?

Mehrfach wurde gefragt (manchmal auch mit vorwurfsvoll unterstellendem Unterton, versteht sich), warum es das neue Buch nur im Doppelpack gäbe, wo doch manche Menschen bereits vor über zehn Jahren die für die erste Ausgabe des Buches ein Vermögen ausgegeben hätten, bzw. ob das Buch sich von dem alten unterscheide …

Nun, ich antwortete auf Fratzbuch folgendermaßen und dies mag dem zögernden Kunden auch eine kleine Entscheidungshilfe sein:


Es unterscheidet sich stark. Jedoch, dies in Zahlen zu beantworten ist nicht so leicht, also wie viel in Prozent "neu" ist *… Aber es wurden SÄMTLICHE alten Texte überarbeitet, es kamen Begleittexte zu frühen Songs dazu, zu denen es im ersten Band keine gab und nicht vergessen: Zum "Zaubererbruder – Der Krabat-Liederzyklus" existierten damals überhaupt nur erst vier Songtexte. Der Bereich ist also sowieso komplett neu und im ersten Band untergebracht. Dass es das Buch nur in Doppelpacks gibt ist auch nicht die richtige Sichtweise. Es ist nicht "Das alte Buch" plus "Fortsetzung", sondern ein auf dem ersten Buch basierendes neues Buch, das aufgrund des Umfangs in zwei lesefreundliche Bände geteilt wurde.


*über 50%, hihi.

1. Februar 2021

LESEPROBE HORROR VACUI – DICHTER AM ABGRUND

Eine kleine Leseprobe aus dem neuen Buch.
Viel Vergnügen!

In der ersten Auflage dieses Buches hatte Stille der Nacht keinen Kommentar. Warum eigentlich? Ich bin ein großer Freund dieses Stücks und speziell des Textes.

Er ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes für mich. Zum einen ist der Text einer der ganz wenigen, bei dessen Entstehung ich nicht alleine war. Denn ich brauche für meine Kritzeleien immer Ruhe und muss dabei ungestört arbeiten können. Ich werde normalerweise nervös und unkonzentriert, wenn sich jemand im selben Raum oder sogar in derselben Wohnung aufhält. Die nötige Ruhe allerdings, die fehlte mir in dem Hochsommer, als ich Stille der Nacht schrieb, nein eigentlich ein Tiefsommer*, denn ich hatte ein Tief, weil ich nicht ungestört arbeiten konnte. Im Winter hatte ich einige Notizen zu der Geschichte gemacht, es war aber Sommer, als ich diese zum Liedtext ausarbeitete. Vielleicht war es so heiß, dass ich mir den Winter herbeisehnte? Ich weiß es nicht mehr. Sicher jedoch sehnte ich mir die Stille herbei, denn die kleine Wohnung, in der ich damals hauste, bot zu dieser Zeit den obligatorischen Baulärm, der in Großstädten immer irgendwo in deiner Nähe zu entstehen droht, sobald der erste Sonnenstrahl und mit ihm die Scharen von eifrigen Gerüstdänglern, Fassadenaufbohrern und Pressluftpochern** einfallen, um sich an den stets reparaturbedürftigen Behausungen der Nachbarn zu schaffen zu machen. Ich suchte Asyl und fand es im Arbeitszimmer meines besten Kumpels Pit Hammann. Während er seinem Tagwerk nachging, textete ich vor mich hin, und das zeigt zum einen, dass wir ziemlich dicke Freunde waren (und es heute übrigens immer noch sind), denn trotz der Anwesenheit einer anderen Person ist der Text was geworden, finde ich. Zum anderen zeigt es, dass man im Sommer den Winter erschaffen kann, wenn man sich nur darauf einlässt. Das ist dann wohl eine Art Baulärm-Hitze-Eska-Voyagismus***.

In jüngster Zeit singe ich den Text ein wenig anders als in der Ursprungsversion, wozu mich ein anderer alter Freund direkt beglückwünschte, Bassisten-Held Tossi. Ich ersetze die „Wölfe“ im Mittelteil durch „Menschen“. Warum ist mir das nicht gleich damals eingefallen? Ich finde es so viel, viel, viel gruseliger! Außerdem muss ich zugeben: Ich bin zwar ein ziemlicher Fan von der ganzen Werwolf-Idee (obwohl es im Gesamtvergleich der produzierten Menge an Geschichten nur wenige richtig gute Storys gibt, wie ich finde), womit ich ein Klischee eines Gothic-Fans und Schaueroman-Liebhabers bediene****. Aber der Wolf an sich, und das wissen Sie, lieber Leser, ganz sicher, genießt einen miesen Ruf, weil wir Menschen zu doof sind, unsere Ur-Ängste zu beherrschen, und weil wir Artenvielfalt stets wirtschaftlichen Interessen unterordnen. Und da wollte ich nicht noch dazu beitragen. Wölfe sind vermutlich sozialere Wesen als wir. Und wenn ich mit den Worten Plautus’ den Menschen als des Menschen Wolf bezeichne, so ist das – genau wie in meinen Geschichten – stets ein Sinnbild, eine Metapher, die dem Tier Wolf gegenüber in keiner Weise fair ist und immer einen „zum Tier“ gewordenen Menschen bezeichnet. Verzeihen Sie mir also, dass ich hier eine kleine Änderung vornehme, wenn ich das schöne Lied vortrage.

Ernst beiseite, denn es gibt noch einen kleinen Insider-Scherz, den ich Ihnen heute verrate. Seit Jahren beömmeln wir uns intern über ein Formatierungsproblem, welches dafür sorgte, dass der Untertitel bei uns als „Weihnachtsmöhrchen“ auftauchte, was eher an Leporidae denken lässt als an Canis lupus. Oder um es mit der Fortführung in Lykanthropie zu sagen: „Bleib nur hier, lass mich kurz deinen Hasen massiern!“


__________________

<font size="2">* Eigentlich sind alle Sommer Tiefsommer für mich, denn ich kann Hitze nicht ausstehen. Ich&nbsp;werde dumm wie ein Pratchett’scher Troll, wenn es zu heiß ist.</font>
<br><font size="2">** So nennt man die im Fachjargon der Profis.</font>
<br><font size="2">&nbsp;***So nennt man die im Fachjargon der Profis.</font>
<br><font size="2">&nbsp;****Genauso wie mit der Abneigung gegen Hochsommer.</font>

18. Januar 2021

Appetizer!

Ihr schönen Menschen!

Die Buchdruckerei hat uns freundlicherweise einige Fotos der Deluxe-Ausgabe von Horror Vacui – Dichter am Abgrund gesendet, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Auf diesem Bild seht ihr den stabilen Schuber, der mit einer schönen Silberfolienprägung und Grifflöchern versehen ist.

Und hier ein Blick auf die beiden Leinenbände im Schuber:

So sehen die beiden Bände aus, wenn man sie aus dem Schuber nimmt.
Das Buchleinen wurde aufwändig bedruckt und mit einer Silberfolie versehen.


Und hier die Rückseite. Besonders gut kann man hier die beiden Lesebändchen (in Rot und Schwarz) erkennen, mit denen man nachher wichtige Stellen markieren kann, die man sich merken möchte.

Es heißt zwar: "Don't judge a book by it's cover!", aber bei einer derart schönen Ausgabe darf man sich doch auch mal freuen, oder?
Die Bücher werden nun alle gut verpackt und werden auf die Reise gehen, um hoffentlich bald bei uns einzutreffen.

Übrigens gab es eine kleine Unterproduktion! Es werden also nicht ganz 999 Stück zum Verkauf stehen, sondern nur so ungefähr 950 Stück.

Die Hälfte ist schon vorbestellt.
Grüße,

Asp


7. Januar 2021

Gewinner

Ihr schönen Menschen!

Wir freuen uns, die Gewinner der Mini-Gemälde aus unserer Herz und Verstand-Verlosung bekanntgeben zu dürfen!
Je eins von den Bildern aus "Nie am Tage" von Timo Wuerz erhalten:

Katrin aus Delmenhorst, Su aus Horst, Harald aus Ottweiler, Ronja aus Herdecke, Tobias aus Niederneisen, Andreas aus  Quierschied, Max aus Bogen und Sascha aus Rösrath.

Die Gewinner werden natürlich auch per Mail benachrichtigt und die Bilder flattern alsbald durch die Nacht zu ihnen nach Hause!

Carpe noctem,
Asp


31. Dezember 2020

Das Jahr 2020

Eigentlich habe ich keine Zeit für einen Jahresrückblick.

Merkwürdig, oder? Dabei herrscht doch Lock- und Shutdown, Auftrittsverbot seit zehn Monaten, und man sollte meinen, dass auch für mich eine etwas ruhigere Zeit angebrochen sein müsste. Schließlich fressen Tourvorbereitungen immer eine gigantische Menge an Zeit, die nun eigentlich hätte freiwerden müssen, wenn sich derart viele Livepläne in Luft auflösen.
Denn das taten und tun sie.
Ein weitverbreiteter Irrglaube (diese letzten Worte könnten gut als Überschrift zu so vielem dienen, was in diesem Jahr los war) ist ja, dass man „wenn alles wieder normal ist“ einfach alles nachholen könne, was an Festivals und Tourneen verschoben werden musste.

Dem ist nicht so. Erstens kann man nicht irgendwann 2022 oder 2023 all die aufgeschobenen und die aktuell geplanten Konzertreisen spielen, selbst wenn das irgendwie toll klingt, denn so ein Jahr mit fünf, sechs Touren und neun Festivals, das wäre doch mal was, oder?
Aber das macht natürlich keiner, denn nur ein sehr kleiner Teil der Fanschaft würde sich so oft zu der gleichen Band aufmachen, um sie dadurch für all die Ausfälle zu entschädigen, und unter den Festivals herrscht zudem eine nicht zu unterschätzende Konkurrenzsituation, welche es den namhaften Bands nicht erlaubt, in der gleichen Saison auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.

Fazit: Was weg ist, ist weg.
Aber das kennt ihr sicher von eigenen Unternehmungen.
Wenn es dabei um den Lebensunterhalt geht, ist das natürlich blöd.

Und warum kam dabei nun nicht wenigstens, wie bei vielen anderen Bands, ein gerüttelt Maß an Freizeit heraus? Nun, da müsste man die anderen Bands evtl. auch fragen, wie sie organisiert sind und wie kompliziert sich ihre Tourvorbereitungen gestalten. Bei uns ist – und das bestätigen mir unsere geschätzten Geschäftspartner unermüdlich – stets alles extrem kompliziert und fürchterlich aufwendig. Vor allem für den Hauptorganisator und Chefentscheider und Mir-egal-was-da-im-Business-üblich-ist-Rufer. Oui, c’est moi, mes amis …
Das Irre daran ist, dass man für jede Tour schon sehr weit im Voraus ganz akribische Pläne ausarbeiten muss, damit nachher alles einigermaßen glattgeht. Und das war schließlich der Grund, warum jede Verschiebung, jede Neu- und Umplanung wieder und wieder diese Vorbereitungen benötigte. Würde Zeit in Holzscheiten (sogenannten Logs, hihi) gemessen, wir hätten ein ständig fröhlich loderndes Kaminfeuer für 2020 gehabt, aus dem wir in regelmäßigen Abständen kalte Asche entfernen durften.

Übrigens, da viele begeisterte Fans so oft danach rufen: Auch Streaming-Konzerte bergen einen Aufwand, weswegen es bisher noch nicht dazu kam, dass wir uns diesem Thema gewidmet haben. Ich möchte nicht ausschließen, dass wir so etwas umsetzen werden, wenn die Lage es hergibt, bisher waren in meinen Augen aber andere Dinge wichtiger. Zugegeben, mein Zögern hat auch damit etwas zu tun, dass die Leute Irrglauben (siehe oben) Nummer zwei nachhängen und immer so tun, als könnten ausschließlich die Zuschauer, also nur das Publikum, sich mit diesem doofen Virus infizieren, die Musiker könnten aber ohne Probleme auf engem Raum zusammenkommen, um zu proben und danach gemeinsam auf die Bühne zu gehen. Oder vielleicht herrscht auch die Vorstellung, dass Musiker sich nicht in „Bands“ zusammenschlössen, sondern in „Familien“ (Kinder bis 14 nicht mitgerechnet, was es bei uns zugegebenermaßen auf eine Gesamtzahl von etwa 1,5 Personen reduzieren würde, kicher). Dabei macht die Situation mit der Pandemie das Zusammenarbeiten echt nicht leicht.
Und dann kommt auch noch dazu, dass meine Begeisterung sich bezüglich Streaming-Konzerten wirklich in Grenzen hält. Ein Konzert mit „Präsenz“ der lieben Zuschauer ist eben doch etwas ganz anderes. Die Atmosphäre lässt sich nicht ersetzen. Durch nichts auf der Welt!
Ich stelle mir das so vor, dass der Unterschied zwischen einem echten Konzert und einem Streaming-Gig als Erfahrung in etwa vergleichbar ist, wie guten Sex zu haben oder einen Porno auf dem Smartphone anzuglotzen.
Nun gut. Das ist ja nur eine Meinung, und da es an Meinungen momentan einen gewaltigen Überschuss gibt, will ich anderen Menschen die meine nicht auch noch aufdrängen. Ich wollte auch nur kurz erklären, warum sich mir Streaming-Konzerte nicht als beste und schönste Lösung präsentieren, wenn es um die Problematik des Auftrittsverbotes geht.
Jedoch, ich gerate wieder ins Schwafeln, man verzeihe mir die ausführliche Erläuterung.

Zurück zum Start, zurück zum Start …



Jahresrückblick. Genau.
Ich brauche euch nicht erneut sagen, wie schwierig, wie frustrierend und wie angsteinflößend dieses Jahr teilweise war. Das ist euch alles längst bekannt. Ebenso kann ich mir weitere Aufrufe sparen, uns zu supporten, damit es aus unserem Hause auch in Zukunft neue Musik geben kann. Ihr wisst es längst, wisst warum und wie.
Dennoch werde ich nie müde werden, all jenen zu danken, die uns bisher ihre Unterstützung haben angedeihen lassen. Dank, Dank und nochmals Dank!

Statt weiter auf der Situation herumzureiten, möchte ich gerne einen Blick werfen auf all das, was in diesem verrückten Jahr trotz aller Widerstände und Hürden auf die Beine gestellt worden ist. Holy shit! Das war doch eine ganze Menge!



Wir haben mit ASP (und den Little Big Men!) eine unglaublich tolle Live-Scheibe veröffentlicht. „Pentagrammophon – 20 Jahre ASP“ war und ist für mich eine absolut geniale Sache geworden, ein Live-Album, mit dem ich wirklich, wirklich zufrieden bin. Es ist eine Freude, so ein phantastisches Zeitzeugnis und Klang gewordenes Erinnerungsstück an unsere Jubiläumskonzerte auf die Welt loslassen zu dürfen.
Ich bin stolz auf dieses Album!

Im Sommer habe ich unzählige Tage und Nächte damit verbracht, Texte für die lang überfällige Neufassung des Buches „Horror Vacui“ zu schreiben. Und dabei ist außer dem Buchtitel und einigen mir am Herzen liegenden alten Anekdoten eigentlich kein Stein auf dem anderen geblieben. Ich wollte, dass auch all jene, die die erste Version des Buches kennen, voll auf ihre Kosten kommen, wenn sie das neue lesen werden. Es wurde um-, wieder- und vor allem neugeschrieben.

Danach kam eine sehr intensive Phase des Korrigierens, des Redigierens und Präzisierens, in der meine Lektorin teils hart mit mir, nein eigentlich mit meinen Texten, ins Gericht gegangen ist, und diese Feinarbeit hat sich meines Erachtens mehr als gelohnt. Ich denke, ihr werdet viel Spaß mit dem Ergebnis haben.
Und es ist ein Buch mit Bonusmaterial, welches ich in meiner, ursprünglich als Mußestunde geplanten Frei-Zeit geschaffen habe. Aber mehr will ich nicht verraten, ihr werdet es ja bald sehen und … erleben!

Mal eben kurz ein Spiel und eine Geschenkband-Box machen, lautete ein Plan im Sommer. Mal eben. Na klar. In meiner grenzenlosen Naivität habe ich wirklich gedacht, das würde so laufen. Im Ernst: Hätte ich damals gewusst, was da für ein unglaublicher Aufwand auf uns zukommen würde, ich bin ziemlich sicher, ich hätte das nicht gemacht. Umso mehr weiß ich aber nun unsere beiden absoluten Merchandising-Highlights PaarWeise und Lyrik-Band zu schätzen. Zwar ist das Spielprinzip nicht neu, aber ich finde, es ist gelungen, dieses Spiel absolut cool zu aspifizieren. Und das Lyrik-Band ist seit vielen Jahren einer meiner Herzenswünsche gewesen. Mir gefällt es wahnsinnig gut, auch wenn ich damit, so wie es aussieht, nicht ganz den Geschmack des „typischen ASP-Fans“ getroffen haben mag. Egal. Ich hab ja selbst immer Geschenke einzupacken. Dafür habe ich nun für viele Jahre das passende Geschenkband vorrätig.

Überhaupt habe ich in diesem Jahr viele, teils über Jahre notierte, gesammelte Wünsche von ASP-Fans in unserem kleinen Kaufladen umgesetzt. Da waren teilweise sogar noch Anregungen aus einem Fan-Forum auf nicht mehr klebenden Post-Its dabei, an das sich kaum noch einer zu erinnern scheint. Wie auch immer, ich hoffe, dass wir in diesem Jahr viele lange gewünschte, tolle Dinge wenigstens in unserem Online-Shop anbieten konnten, wenn schon unser geliebter Merch-Stand nicht eingesetzt werden kann. Vielleicht bauen wir ihn bald mal auf, einfach um der süßen Nostalgie zu frönen. Wenn, dann machen wir natürlich ein Foto für euch.

Mit dem neuen ASP-ODEM-Shop haben wir zudem noch einen Fan-Service der ganz besonderen Art aus der Taufe gehoben. Es ist ein merkwürdiges Gefühl für mich. In meinem Archiv sammle ich die meisten aller je hergestellten Produkte rund um ASP und Asp, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, aber damit ist nun natürlich Schluss. Denn bei ASP ODEM gibt es schier unendliche Möglichkeiten, Motive auf die verschiedensten Produkte zu drucken, dass es für mich unbezahlbar wäre, mir von allem einen Probedruck zu besorgen. Und dann müsste ich vermutlich in ein größeres Haus umziehen, damit all die Stücke einen Platz finden könnten. Das ist in diesem Krisenjahr freilich alles andere als angesagt.

Auch diesen Shop aufzubauen, war eine sehr zeit- und arbeitsintensive Aufgabe. Also hoffe ich, ihr nutzt den Service gerne und seid zufrieden mit dem, was die Druckpartner euch bieten. Natürlich soll das nicht unseren allseits be- und geliebten ASP-Shop ersetzen. Es ist, wie oben beschrieben, etwas für diejenigen unter euch, die neu dabei sind und alte Motive suchen, oder die Hardcore-Fans, die sich das ganz besondere, individuelle Produkt wünschen.

Bücher gab es. Richtig schöne Bücher.

Und Ärger mit Druckereien. Richtig großen Ärger.

Ihr schönen (und verständigen) Menschen. Ich könnte euch Geschichten über Buchdruckereien erzählen, dagegen sind die Gruselstorys aus dem Hotel Astoria Ferien auf dem Ponyhof.
Mittlerweile scheinen wir wieder einen zuverlässigen Partner für diesen Bereich gefunden zu haben, aber, meine Herren (und Damen), war das ein nervenzerfetzendes Gewürge! Holla die Waldfee.

Apropos Waldfee.

Ein weiteres Highlight bzw. Twilighthighlight gab es natürlich auch noch!
Ich halte mich nicht für besonders oberschlau und schon gar nicht prophetisch veranlagt. Aber mein Beruf bringt mit sich, dass ich weit vorausplanen und rote Flaggen (manchmal) erkennen muss sowie gewisse Wahrscheinlichkeiten abzuwägen habe. Lange Rede, kurzer Sinn: Schon sehr zeitig in diesem Frühjahr wurde mir klar, dass der Winter sehr lang und dunkel werden könnte. Die einzige Art, ein Fünkchen Licht in euer Zuhause zu bringen, die ich einigermaßen gut kann (hoffentlich widersprecht ihr mir da nun nicht allzu vehement), ist Musik. Ich hielt mich also ran und vollendete das Herumor-Album „Eine Liebe nicht weniger tief“, welches zu diesem Zeitpunkt freilich noch keinen Namen besaß. Eigentlich bin ich kein Zauderer (Zaudererbruder, wo bist du gewesen in all diesen unentschlossenen Jahren?), aber bei diesem Vorhaben war ich lange nicht sicher, ob ich es unbedingt in die Tat umsetzen wollte. Sehr zum Leidwesen der Plattenfirma. Ein Grund für mein Umdenken ist in einem der Journaleinträge (ihr habt die sicher alle gelesen, ihr Tapferen?) beschrieben, aber letztendlich war es dieses dringende Bedürfnis, gleich der altbekannten Bilderbuchmaus Frederick loszuziehen und das Licht, die Farben und die Wärme des Zwielichtwaldes einzufangen, sie zu konservieren und in Form dieses Albums als Quelle für euch zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, es hat wenigstens ein bisschen geklappt, hoffe, es erzielt die gewünschte Wirkung – und wenn nicht das, dann doch wenigstens die, euch für eine Stunde gut zu unterhalten.

Je später das Jahr, desto fremdartiger wurde es dann. Und wie gut, dass ich mit den Zwielichtgeschichten so ein krasses Kontrastprogramm erlebt hatte, als ich mich in die wohlig-düsteren Gefilde des Fremder-Kosmos begab, um den Anfang vom Ende zu beginnen. Fast fühlte ich mich an die Zeiten der „Requiembryo“-Produktion erinnert (nachzulesen in „HORROR VACUI – DICHTER AM ABGRUND“) und an die vielen losen Enden, die so ein Zyklus-Finale mit sich bringt. Und in der Tat, manchmal sind die Reife und das unaufhaltbare Altern eben doch für etwas gut. Vielen Problemen, die so ein Punkt der Erzählung üblicherweise mit sich zu bringen droht, konnte ich viel besser gewappnet begegnen als damals. Es ist aber freilich genug zum Grübeln und Sortieren übrig geblieben. Und zum Kürzen, Zusammenstreichen und Konzentrieren.
Das Album steht in seinen Grundzügen, nun kommen die Aufnahmen dran. Und auch hier sehen wir uns durch die Pandemie mit vielen kleineren und großen, teilweise kräftezehrenden Hürden konfrontiert, die unserer positiv routinierten Arbeitsweise entgegenwirken. Aus ehemals simplen Handlungsabläufen werden komplexe logistische Herausforderungen, denen wir flexibel und ideenreich begegnen müssen. Aber irgendwie bekommen wir das alles hin. Solange wir nur gesund bleiben (und dabei ist nicht nur das Virus gemeint).

Wenn also alles gut geht (klopfen wir bitte alle kurz auf Holz, ja?), dann dürft ihr langsam schon eure Truhe öffnen, in der ihr die Vorfreude aufbewahrt, und diese nach und nach verströmen lassen, denn Ende des Jahres könnte es dann schon so weit sein und das Grande Finale der zehn Jahre währenden Reise des „Wanderers“ erscheinen.
Auch auf weitere Herumor-Musik dürft ihr euch freuen, wer hätte damit so schnell gerechnet?

Ihr seht schon, ihr schönen (und überaus geduldigen) Menschen, das Jahr 2020 war voll von schrecklich schlechten Nachrichten und Ungemach, dennoch gab es auch tolle Dinge, über die wir uns gemeinsam freuen konnten.

Ich fürchte, das neue Jahr wird ganz genauso. Es werden noch viele unschöne Neuigkeiten mitzuteilen sein, ebenso wird es aber auch wunderbare erzählerische und musikalische Meilensteine geben, die wir auf irgendeine Weise sicher wieder gemeinsam genießen dürfen.

Zwar bete ich nicht, wenn ich es aber täte, so würde ich es nun tun und darum bitten, dass wir es auch bald wieder LIVE tun dürfen, diese unvergleichliche Energie wieder spüren können! 

Diese magische Verbindung zwischen uns auf und euch vor der Bühne und umgekehrt!
Sie fehlt mir ganz schrecklich.

Ich habe ja eigentlich keine Zeit für einen Jahresrückblick … Aber er war verdammt nötig, und ich melde mich schon sehr bald wieder mit Neuigkeiten.Versprochen.
Euer trotz allem dankbarer

Asp

14. Dezember 2020

Herz & Verstand Shop Verlosung, Teil 4

Ihr schönen Menschen!

ein letztes Mal für dieses Jahr heißt es "mit etwas Glück" für unsere treuen Kunden.
Unter all unseren fleißigen Bestellern verlosen wir dieses Mal per zufälliger Ziehung wieder ASP-Raritäten. In der vierten Aktion habt ihr die Gelegenheit, eines von 8 vampirischen Bildern zum Buch "Nie am Tage" von Timo Wuerz und Asp zu gewinnen.

Dabei handelt es sich nicht um Drucke, sondern kleine Original-Malereien von Timo!
Format ist 26cm breit, 15cm hoch.




Die Teilnahmebedingungen bleiben gleich:
Was ihr dafür tun müsst, dass euer Name im Los-Topf landet? Das ist kinderleicht!
Schreibt einfach bis einschließlich 31. Dezember 2020 eine Mail 

mit 

an
etwasglueck[at>AspsWeltEn.de

und sagt uns kurz und bündig, warum ihr euch über den Gewinn eines dieser Mini-Gemälde freuen würdet.
Die Gewinner werden in Asps Newsjournal veröffentlicht und natürlich von unserem Team benachrichtigt.

Dies sind die einzigen Teilnahmebedingungen, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal den drei Gewinnern der Weidenmann-Puzzles gratulieren! 

Glückwünsche gehen an: Anne aus Temmingen-Ringenwalde,
Chantal aus Nümbrecht und Finn aus Hattersheim am Main!

Ein kurzer Hinweis:
Unser einziger, offizieller Ebay-Account ist ein letztes Mal vor Weihnachten mit einigen Raritäten ausgestattet. Falls ihr noch auf der Suche nach einem ganz besonderen Geschenk für einen ASP-Fan oder euch selbst seid …




28. November 2020

HERZ UND VERSTAND VERLOSUNG. TEIL 3

Und weiter geht es mit unserer Shop-Verlosungsaktion!
Unter all unseren fleißigen Bestellern verlosen wir dieses Mal per zufälliger Ziehung einige ASP-Raritäten. In der dritten Aktion habt ihr die Gelegenheit, eines von 3 Weidenmann-Puzzles zu gewinnen, die neulich binnen weniger Stunden ausverkauft waren.



Hier ist also für diejenigen, die keines abbekommen haben, die Chance, noch eines zu ergattern.

Die Teilnahmebedingungen bleiben gleich:
Was ihr dafür tun müsst, dass euer Name im Los-Topf landet? Das ist kinderleicht!
Schreibt einfach bis einschließlich 06. Dezember 2020 eine Mail 

mit 

an
etwasglueck[at]AspsWeltEn.de

und sagt uns kurz und bündig, warum ihr euch über den Gewinn eines dieser Puzzles freuen würdet.
Die Gewinner werden in Asps Newsjournal veröffentlicht und natürlich von unserem Team benachrichtigt.

Dies sind die einzigen Teilnahmebedingungen, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal den drei Gewinnern der Orginalgemälde gratulieren! 

Glückwünsche gehen an: Anne aus Brauschweig, Melanie aus Ottendorf und Lars aus Reichenbach!



24. November 2020

Please allow me to introduce myself …


23. November 2020

Lockdown, Monat neun


14. November 2020

November, oh herrlicher November.

Liebes Lockdown-Tagebuch!

Ich bin nicht in der Politik.
Ich dichte, und ich mach Musik
und momentan noch manches mehr
wie Spiele, Fotos in Couverts
und manchen hübschen Firlefanz –
nur online! Mit Sozialdistanz!
Natürlich hoff ich weiter still,
dass all das jemand haben will.
Das Arbeitspensum ist noch krasser.
So hält man sich knapp über Wasser.
Ich bin so reich …


…an Arbeitsstunden!
Die Hoffnung ist schon längst geschwunden,
dass Hilfe von „dort oben“ naht
aus irgendeinem Staats-Etat.
Doch nun soll endlich, im Dezember,
die Hilfe kommen zum November.
Da will ich nicht undankbar klingen,
doch Euphorie will nicht gelingen.
Denn UNSER LOCKDOWN ist der ERSTE!
Seit Monaten herrscht die prekärste
Lage, die wir je erfahren
in all den schon nicht leichten Jahren.

Was unterscheidet den November
vom Mai, vom Juli, vom September,
in denen man das täglich Brot
uns nahm durch das Konzertverbot?
Na klar, wenn wirklich Hilfen kommen,
dann werden sie gern angenommen.
Doch eins muss bitte auch klar sein:
Der Tropfen auf dem heißen Stein
wird rasend schnell zu Dunst verdampfen.
Es bleibt der Überlebenskampf, denn
auch wenn wir uns drüber freun,
ist’s nicht EIN Monat, sondern NEUN!


Apropos Monate …

Vielleicht habt ihr beim feinen Essen
im Sommer und im Herbst vergessen,
dass, während man trank und verzehrte,
verboten waren die Konzerte.
Wie zeigten alle viel Verständnis
und warten noch auf die Erkenntnis,
dass unsre Branche weiterleidet,
weil man den Menschenauflauf meidet.
Wir sind – das scheint uns „Künstlern“ eigen –
grundsolidarisch, und wir zeigen
nun ziemlich lange schon Geduld,
vermeiden Hetze und Tumult,
doch einmal muss man es euch sagen
und vorher immer wieder fragen,
ob ihr uns, wenn ihr an uns denkt,
für blöde haltet und beschränkt?
Für Deppen, die durchs Leben schlingern,
nicht rechnen können mit zehn Fingern?
Für uns gab es nur EINEN Lockdown,
ob wir zu Klassik oder Rock schaun,
zu Festivals, Theaterbühnen,
ob drinnen oder auch im Grünen!

Wir freuen uns fürs Restaurant,
ist es für uns auch ein Affront.
Sie sollen gerne Geld erhalten
und zwar am besten auch recht bald, denn
irgendwie war EUCH nicht klar,
was allen offensichtlich war.
Was habt ihr denn im März gemacht?
Habt ihr im Mai nicht nachgedacht?
Wart ihr im Urlaub statt zu Hause?
War bei euch heimlich Virus-Pause?
Habt ihr euch nicht beraten lassen?
Wollt keiner sich damit befassen,
die miesen News nicht überbringen
bei all dem großen Redenschwingen?
Seid ihr im Sommer eingeschlafen
beim Brüten über Paragraphen?
So viele fallen durch die Maschen,
und IHR lasst euch echt überraschen
von unseren vier Jahreszeiten
und wann sich Viren gut verbreiten?
Wenn dem so ist, ihr kleinen Blender,
rat ich euch zu nem Wandkalender!
Nehmt von den üppigen Diäten
und investiert in ein Gerät, denn –
sicher ist es für euch neu –
da gibt es welche, die euch treu
und zuverlässig ganz konkret
erklären, wie die Zeit vergeht!
Genug! Es wird schon Gründe haben,
warum wir uns nicht Mühe gaben,
als es noch leicht gewesen wär.
Ich bin ja kein Politiker
und weiß so gut wie nichts am End,
darum ist es nur konsequent,
ich halt schnell wieder meine Klappe,
beantrag eure Hilfs-Attrappe.
Denn darum ging es weiter oben,
und eigentlich würd ich gern loben –
und wenn nicht loben, dann bemerken:
Bestimmt wollt ihr das Ansehn stärken,
indem mit großzügigen Mienen,
die euch mehr als der Sache dienen,
ihr in das Heldenkostüm springt
und uns die frohe Kunde bringt:
„Schaut her! Bald kommt der Geist der Weihnacht,
wenn ihr im warmen Kerzenschein lacht,
weil wir euch ein Geschenk kredenzen
zum Schutze eurer Existenzen,
nun ist die Hilfe endlich da:
Singt Halleluja-Gloria!“


Wir sind begeistert, ja, ganz ehrlich!
Es wäre nur mehr als gefährlich,
die Geste überzubewerten.
Das wäre ganz und gar verkehrt, denn
merket euch, ihr Mathe-Scheun:
Aus einem Monat macht nicht neun!
Vor allem macht aus neun nicht einen!
(Selbst wenn’s besser ist als „keinen“.)
Hab ich die Eier in der Hose
und wage gleich noch die Prognose:
Aus neun werden nicht zehn, nicht 14,
sondern 20. Ja, man wird sehn,
dass wir auch im neuen Jahr,
das ist doch wohl mehr als klar,
genauso wenig Hoffnung finden
und viele von uns ganz verschwinden.
Habt Dank für die November-Spenden!
Das wird das Blatt nicht für uns wenden.
Vielleicht kann man das Leiden strecken,
bevor wir schließlich doch aufgeben müssen.


13. November 2020

Gemälde Verschenkung

HERZ UND VERSTAND VERLOSUNG. TEIL 2

Unter all unseren fleißigen Bestellern verlosen wir per zufälliger Ziehung einige ASP-Raritäten. In der zweiten Aktion habt ihr die Gelegenheit, eines von 3 Originalgemälden von Timo Wuerz zu gewinnen, die er für das Buch „Windrad“ gepinselt hat.

Wer also momentan gerade genau wie wir etwas knapp bei Kasse ist und nicht bei unseren Ebay-Auktionen mitmachen kann, der hat hier die Chance, eines dieser tollen Bilder zu bekommen.


Timo Wuerz ließ übrigens in den vergangenen Tagen auf seinem Facebookprofil mehrfach verlauten, dass es sich bei dem Buch, das auf einem Script von Asp basiert, um eins seiner schönsten Bücher ever (!) handelt.

Die Teilnahmebedingungen bleiben gleich:
Wir verlosen je eins dieser drei Gemälde an unsere Shopkunden! Was ihr dafür tun müsst, dass euer Name im Los-Topf landet? Das ist kinderleicht!


Schreibt einfach bis einschließlich 18. November 2020 eine Mail 

mit 

an

etwasglueck[at]AspsWeltEn.de

und sagt uns kurz und bündig, warum ihr euch über den Gewinn eines Gemäldes freuen würdet.

Die Gewinner werden in Asps Newsjournal veröffentlicht und natürlich von unserem Team benachrichtigt.

Das sind die einzigen Teilnahmebedingungen, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal den sieben Gewinnern der Testpressungen gratulieren! 

Glückwünsche gehen an:

Esther aus Erlangen, Thomas aus Calden, Anja aus Leipzig, Markus aus Kolitzheim, Robert aus Strausberg, David aus Neuburg und Leslie aus Frankfurt (Oder)!


31. Oktober 2020

Eine Liebe nicht weniger tief. Weißmuster-Verschenkung

Liebe Freunde,

die Testpressungen für die 2LP "Eine Liebe nicht weniger tief" sind unlängst bei mir eingetroffen, belauscht und für wohlklingend befunden worden …

Diese sogenannten Weißmuster gibt es nur insgesamt 10 (!) Mal auf der Welt, und dabei handelt es sich um die Probe-Schallplatten des Presswerks, die zur Freigabe des Herstellungsvorgangs dienen.

Ich verschenken sieben davon an unsere treuen Shop-Kunden :)



Aus dem Newsletter:

Was ihr dafür tun müsst, dass euer Name im Los-Topf landet? Das ist kinderleicht!

Schreibt einfach bis einschließlich 6. November 2020 eine Mail 

mit 

- eurem Namen,
- eurer Adresse und
- eurer letzten Shop-Bestellnummer (HUV-Nummer, findet ihr in eurem Kundenkonto oder eurer Bestellbestätigung)

an

etwasglueck[at]AspsWeltEn.de

und sagt dem ASP-Team kurz und bündig, warum ihr euch über den Gewinn freuen würdet.

Die Gewinner werden in Asps Newsjournal veröffentlicht und natürlich von unserem Team benachrichtigt.

Das sind die einzigen Teilnahmebedingungen, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.


Viele Grüße, bleibt gesund und viel Glück bei der Aktion!
Asp


25. Oktober 2020

Gastbeitrag von Deinantiheld

Heute präsentieren wir euch im Asp-Newsjournal einen Gastbeitrag von Mattes, von der ausgezeichneten Comic-Website DeinAntiheld.de, der außerdem für den Comic-Podcast POW mitverantwortlich ist.
Er hat sich für euch mit "Zwielichtgeschichten Band 0" beschäftigt:

Unter „Nullnummer“ verstehen viele Menschen in der deutschen Umgangssprache etwas Enttäuschendes. Personen, Ereignisse oder Dinge, auf die man sich gefreut hat, die sich hinterher aber als nicht so erstrebenswert oder spektakulär wie erhofft herausstellen. Bei der Zeitung ist die Nummer Null hingegen eine Art Prototyp, den man potentiellen Anzeigenkunden vorlegen kann. Unter Comic-Freunden und -Sammlern wie meinem Freund Asp steht die scheinbar wertlose Ziffer aber häufig hoch im Kurs. Insbesondere in amerikanischen Heftserien, etwa bei den heute so populären Superhelden, ist sie ein besonderes Bonbon, das die vorhandene epische Story ergänzt, ihr zusätzliche Tiefe verleiht, dabei aber vorgelagert und zum Verständnis nicht zwingend notwendig ist.

Selbstverständlich beginnen solche Serien in aller Regel mit der Nummer Eins. Zu besonderen Anlässen, wie großen Publikumsmessen, einem Serienjubiläum oder einer Verfilmung, erscheinen dann häufig Sonderausgaben, die den gegebenen Anlass gebührend feiern sollen. Sie bieten Raum für Gastbeiträge anderer Künstler oder ganz andere, von der Hauptreihe abweichende Erzählweisen oder Stimmungen. In den Neunzigern druckte man dann gern die Null in das Nummerierungsfeld, denn ganz häufig wurden hier besonders unerwartete Dinge über die geliebten Comichelden offenbart, die sich zeitlich oft vor der eigentlichen Handlung abspielten und ganz neue Einblicke gewährten.

Durch ihre nicht frei verkäufliche Natur sind diese Ausgaben den wahren Fans vorbehalten. All jenen leidenschaftlichen Jägern, Sammlern und Mitfiebernden, die extra zu Veranstaltungen reisen oder unzählige Shops abklappern, um dieses für den Gelegenheitsleser vielleicht nicht so wichtige, für echte Enthusiasten aber unverzichtbare Artefakt und Puzzleteil ihrer Lieblingsgeschichte zu ergattern.

Für Asps wundervolle, audiovisuelle „Zwielichtgeschichten“ ist „Windrad“ genau so ein Puzzleteil. Seine unverwechselbaren, atmosphärisch dichten Texte sind dieses Mal nicht der zentrale Bestandteil, der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, um den sich die Illustrationen tummeln, wie wir es von seinen bisherigen stimmungsvollen Bilderbüchern gewohnt sind. Stattdessen wehen sie dezent und demütig um die endlich wieder erwachte Fauna unseres ausgezehrten Planeten. Ein neues Kapitel aus einer völlig anderen Perspektive mit einer wichtigen und dringenden Botschaft, die vortrefflich zu den anderen, deutlich fantastischeren Storys der liebevoll-ambitionierten Reihe passt. Dabei ragt sie aber viel weiter in unsere reale Welt mit ihren allzu realen Bedrohungen hinein. Denn auch wenn man sich gern in Asps fremde und dabei doch seltsam vertraute Welten entführen lässt, sollte man nicht vergessen, dass sie in dieser Realität ihren Ursprung nehmen. Einer Realität, die sich augenblicklich in einem beängstigenden Strudel aus Zerstörung, Hass und Selbstsucht befindet. Und kann es etwas Schöneres geben, als sich einer bezaubernden Geschichte zu ergeben und dabei nicht nur stumpf der Wirklichkeit zu entfliehen, sondern sich gleich noch Vorsätze für das echte Leben daraus mitzunehmen?

Windrad ist also sicher keine Nullnummer im Sinne des Volksmundes, sondern vielmehr eine Übernummer geworden. Oder vielleicht sogar ein drohendes Zero eines längst begonnenen Countdowns, welches abzuwenden der Bildband eindrucksvoll nahelegt.


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9. Oktober 2020

INTERVIEW: ASP SPRICHT ÜBER **HERUMOR**, Teil 2

Hier kommt der zweite Teil des ausführlichen Fan-Interviews zu Asps Side-Project HERUMOR. Viel Vergnügen beim Lesen!


Wie viele wunderbare kleine Zettelchen tummeln sich den auf, an und um deinen Kreativplatz herum mit Gedanken, Wortsequenzen oder anderen Inspirationen? Vermischen sie sich emotional, gedanklich und manchmal auch ganz handfest mit den Geschichten deiner aspischen Erzählzyklen? Stichwort: Genie im Chaos. (Mersadie O.)
Asp: Ich mag es nicht gerne chaotisch, auch wenn sich das nicht immer vermeiden lässt. Ich handhabe das meist so: Notizzettel und Ideenkärtchen werden in regelmäßigen Abständen durchgesehen und danach wieder in einer Schachtel verstaut, damit meine Schreibtische nur mit dem bedeckt sind, was ich für meine unmittelbar anstehenden Projekte benötige. Sonst wird es zu unübersichtlich. Außerdem habe ich viele Blöcke, auf denen ich Texte notiere, die aber ebenfalls streng getrennt nach „aktuellem Projekt“ und „für irgendwann“ benutzt werden. Das sorgt zumindest einigermaßen für Überblick.

Herumor - das neue Asps von Zaubererbrüdern oder doch ganz anders? Mit AvZ wurden damals ja bereits viele der Songs die auf dem neuen Album erscheinen live aufgeführt. Die Fans kennen/lieben die Lieder; fühlt es sich vielleicht sonderbar an diese „neu“ mit Herumor herauszubringen? Gibtes Bedenken oder Wünsche aus der Erfahrung von AvZ? (Kerstin P.)
Asp: Ich sehe Herumor nicht als das neue Asps von Zaubererbrüdern, sondern als das, was AVZ hätten sein sollen und vielleicht auch hätten sein müssen. Mit AVZ hätten wir es vermutlich nie geschafft, ein Album zu vollenden. Dafür waren wir einfach nicht fokussiert genug. Für mich fühlt es sich wunderbar an, dass die Lieder nun endlich als Album erscheinen, und ich traure der Zeit mit AVZ nicht mehr nach. Ich habe unfassbar viel Zeit und Energie dafür verbrannt, und die Lieder, die ich damals dafür geschrieben habe, sind das Schöne, das mir davon geblieben ist. Aber auch die damals „neuen“ Lieder habe ich bereits mit meinem guten Freund Patrick Damiani aus meinen Demos arrangiert, und die Band hat sie dann live gespielt. Und so haben wir dann nach der Auflösung weitergemacht. Dennoch freue ichmich natürlich, dass auch alte Weggefährten wie Tossi (Bass und Backings) und Thomas Zöller (Dudelsäcke und Flöten) auf dem Album zu hören sind.

Gibt es Menschen die dich bei dem Projekt besonders inspiriert oder berührt haben? (Kerstin P.) 
Asp: Alle Musiker haben mich mit ihrem wundervollen Instrumentenspiel sehr tief berührt. Ohne sie wäre dieses Album natürlich nur eine Idee auf meinem Schreibtisch geblieben.

Besonders eindrucksvoll ist mir noch die Schilderung aus dem Logbucheintrag zu SonaArta im Gedächtnis, wie du dich mit dem Text ins abgedunkelte Zimmer gestellt und singend nach der Melodie gesucht hast. Gänsehaut! Hat einer der Herumor-Songs eine ähnliche oder ähnlich besondere Entstehungsgeschichte? (Lily M.) Asp: Jeder der Songs hat eine besondere Entstehungsgeschichte. Aber als Sänger der eigenen Texte gibt es solche intimen Momente, bei denen man alleine ist, immer wieder. Das Intro von „Der Knochenmann, das Vöglein und die Nymphe“ ist auf eine ähnliche Weise entstanden wie SonaArta. Gerade diese Folkmelodien entstehen oft durch das, was der Gesang vorgibt. Eine sehr körperliche und ursprüngliche Erfahrung. Deswegen habe ich auch so eine starke Bindung zu Folkballaden. Geschichten, die nicht nur erzählt werden, sondern gesungen. Aber esgab diesbezüglich zugegebenermaßen auch Amüsantes. Die Musik zu „Achte meiner Liebe nicht“ ist eigentlich ein wenig zu flott, um diesen Text drauf zu singen. Da musste ich unglaublich viel üben, um das einigermaßen hinzubekommen, ohne mich ständig zu verhaspeln. Es wäre ein Leichtes gewesen, den Song einige Beats langsamer zu schreiben, aber ich wollte unbedingt diese Jagd, das Gefühl des Verfolgt-Werdens durch das Tempo unterstützen. Das hat mich noch bis zum Schluss bei den finalen Gesangsaufnahmen im Tidal Wave Studio im Sommer verfolgt. Die Demos zum„Treuen Troll“ habe ich übrigens ganz im Gegenteil zum Songtext nicht in der gleißenden Morgensonne, sondern nachts eingesungen, mit ganz wenig Leselicht. Das war sehr episch und ein toller Moment. Denn der Troll ist ja ein Wesen der Nacht. Natürlich strahlte mich mein iMac währenddessen an, deswegen wird man aber nicht zum Internet-Troll. Welch ein Glück.

Gibt es eine ganz besondere Erinnerung zur Entstehung des Albums – peinlich, emotional oder gar frustrierend, welche Dir spontan als Erste dazu einfällt? (Kerstin P.)

Asp: Da die Entstehung des Albums über so viele Jahre stattfand, ist das nicht so leicht zu beantworten. Aber ich muss schon sagen, dass es nach der Beendigung der AVZ-Phase wirklich nur noch sehr wenige Frust-Phasen gab. Die gibt es dann meistens, wenn das musikalische Kind dann in die Mühlen des Musikbusiness geschubst werden soll, wenn die Nicht-Musiker beginnen, sich einzumischen. Aber das ist der ASP-Asp ja irgendwie gewöhnt und konnte den Herumor-Asp zumindest ein bisschen an die Hand nehmen und trösten. Logisch, wenn man ein Album macht, das so zart und verletzlich ist, dann bräuchte man selbst ein starkes Rüstzeug.

Wie reagieren deine Bandmitglieder eigentlich auf die Fülle deiner Ideen? Werden da regelmäßig die Hände über den Kopf zusammen geschlagen? Schließlich verlangst du ihnen und dir ja unheimlich viel ab, um uns mit wunderbaren Werken, in sehr hoher Qualität zu beglücken. (Anne H.)
Asp: Bei Herumor gibt es ja keine wirklichen Bandmitglieder, es gibt Musiker, die ins Studio kommen und der Musik eine große Portion Feenzauber verpassen. Und tatsächlich habe ich keinerlei negative Reaktionen oder Überforderungen mitbekommen. Alle freuen sich und geben tapfer ihr Bestes.

Sind das ASP- Universum und die Anderswelt von Herumor wirklich zwei strikt voneinander getrennte Sphären oder gibt es Überschneidungen? (Melissa F.)
Asp: Ich selbst stelle ja bereits die große Überschneidung dar, ohne mich irgendwie dabei wichtigmachen zu wollen. Aber natürlich ist meine Art, Songs zu schreiben und zu produzieren, ohnehin eine sehr besondere und selbst für die verrückte Musikwelt nochmal ziemlich speziell. Das ist bei ASP und Herumor sehr ähnlich und deswegen sind die Welten natürlich verwandt. Vielleicht ist der Hauptunterschied, sieht man mal von denverschiedenen als Basis benutzten Musikstilen ab, dass es bei Herumor bisher nicht geplant ist, so stark in langen und miteinander verknüpften Zyklen zu erzählen, sondern eher in „Kurzgeschichten“ zu denken. Aber das ist auch nur eine Momentaufnahme. Vielleicht packt es mich ja dochirgendwann, und es gibt ein richtiges Fantasy-Konzeptalbum.

Vielleicht auch nicht. Das muss die Zeit zeigen.
Natürlich hoffe ich, dass ASP-Fans auch Herumor mögen können und, sobald es welche gibt, Herumor-Hörer auch den Schritt zu ASP wagen. Es werden natürlich Menschen, die schon meine Stimme bei ASP furchtbar finden, auch in diesem musikalischen Gewand nichts mit ihr anfangen können. Ach, wir werden sehen.
Sowieso denke ich, dass beide so weit abseits vom Mainstream angesiedelt sind, dass sowieso nur sehr wenige Menschen davon erfahren werden.
Ich bin sehr froh, dass es Überschneidungen gibt, zum Beispiel in der über Jahre aufgebauten Infrastruktur von ASP. Ich habe die Chance, mein Album über einen supertollen Shop anzubieten, brauche ihn nicht erst aufzubauen.

Ist Dir beim Schreiben immer sofort klar, dass ist eine Geschichte für Herumor oder eben eine für ASP? (Sven A.)
Asp: Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen weiß ich das tatsächlich schon ganz früh im Entstehungsprozess. Erstens ist es allein schon von meiner nötigen Schreib-Disziplin her oft so,dass ich mich hinsetze und ganz gezielt für das jeweilige Projekt schreibe. Ich warte nicht auf Inspiration und schaue dann, was draus wird, sondern ich habe meist ganz geplant eine Aufgabe vor mir, mit der ich mich zu beschäftigen habe. Da heißt es dann: „Heute schreibst du den ganzen Vormittag für das Horror-Vacui-Buch“, oder: „Dienstag konzentrierst du dich ganz auf das neue ASP-Album!“
Anders würde ich diese vielen Geschichten gar nicht in den Griff bekommen.
Aber manchmal geschieht es, da macht sich die Erzählung selbstständig, bekommt eine andere Wendung und plötzlich wird aus einer im Zwielicht begonnenen Geschichte ein rabenschwarzes Nachtstück. Dann nehme ich das ganz freudig hin und heiße es willkommen, lasse mich von der Geschichte tragen und lasse es geschehen.

Kann man hoffen bei den anstehenden dunkelromantischen (Winter-) jetzt Sommernächten "Kreatour" das ein oder andere Stück vom neuen Herumor Album live zu hören? (Sabrina S.)
Asp: Nein, das ist nicht geplant. Wir haben für diese ASP-Konzertreise eine tolle und wirklich ausgesucht feine Songauswahl vorbereitet und sogar ein tolles neues Stück im Gepäck, das speziell für diese Tournee geschrieben wurde. Da die starke Vermischung von AVZ und ASP damals enorm dazu beigetragen hat, dass uns live viele Steine in den Weg gelegt wurden, werde ich in Zukunft stärker darauf achten, dass die Projekte getrennt bleiben, auch in dieser Richtung.

Wird es im Rahmen von Herumor weitere Duette/ Stücke mit Nic Frost geben? (Stefanie B.)
Asp: Geplant ist nichts in der Richtung, aber Nics Stimme ist für mich eine der interessantesten, spannendsten Frauenstimmen überhaupt. Und wenn ich wieder etwas in der Richtung mache, dann steht sie dementsprechend immer ganz weit oben auf der Liste.

Du berührst mich mit Deinen Stücken tief in meinem Innersten und ich würde Dir das gern auch zeigen/sagen. In welcher Form kann ich das am Besten tun? (Stefanie B.)
Asp: Nun, der beste Weg ist, Beifall zu spenden und die Projekte zu unterstützen. Zumindest ist das die Weise, es für mich am besten zu tun. Aber vermutlich ist das nicht die Antwort, auf die du gehofft hast? Für alles darüber hinaus haben wir ja noch eine schöne Postfachadresse, an die man Briefe schreiben kann. Ich lese die auch. Ganz ehrlich.

Gibt es auf dem Album eine Geschichte, die du häufiger als alle anderen mit ins Bett genommen und nachts in Gedanken hin- und hergewälzt hast? So eine Art Fluch und Liebe gleichzeitig? (Navina A.)
Asp: Allerdings! Und dabei handelte es sich ausgerechnet um das kürzeste und vielleicht sogar unscheinbarste Stück. „Happy End für alte Knochen“ hat mir wirklich viel Kopfzerbrechen beschert und die ein oder andere schlaflose Nacht. Ich wusste von Anfang an, dass ich diesen erlösenden, tröstlichen Schluss aus dem Buch auch musikalisch anbiete möchte. Aber tatsächlich dauerte es für meine Verhältnisse ewig, bis ich eine richtig gute Möglichkeit gefunden habe, denn ich merkte rasch, dass es eben nicht eins zu eins wie im Buch geschrieben in einem Lied funktionieren würde, und es war eine echte Herausforderung, es so nah wie möglich am ursprünglich Gedichteten zu belassen und doch in eine Liedform zu gießen, die für mich funktionierte. Vor allem fand das alles ziemlich am Schluss der langen Produktionsphase statt, und ich hatte mit so viel Widerstand dieser frechen Zeilen gar nicht gerechnet.

Stücke wie „Schneekönigin, wohin“ und „Rüstzeug“ haben bei vielen Fans nachdem sie erstmals live zu hören waren tiefe Spuren hinterlassen und es gab über eine lange Zeit Stimmen die um die Veröffentlichung dieser Stücke baten. Hast Du diese Resonanz mitbekommen und hat es etwas mit Dir gemacht? (Melissa F.)
Asp: War das so? Ich habe nicht so viel davon mitbekommen, aber umso schöner, und es freut mich, wenn nun der Wunsch dieser Fans endlich erfüllt wird.
Für mich ist es natürlich auch ein sehr langer Weg gewesen, und ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen vom ersten Kosten der Songs an eine ähnlich lange Durststrecke erlebt haben.
Am 20. November ist sie endlich vorbei.

Die Fragen wurden gestellt von Mitgliedern der Facebook-Gruppe ASP – eine magische Verbindung

FOTOS: Heilemania

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3. Oktober 2020

INTERVIEW: ASP SPRICHT ÜBER **HERUMOR**

Wer könnte Asp besser über sein neues Side-Project Herumor und das Debut-Album "Eine Liebe nicht weniger tief" ausfragen als die Fans? Richtig, niemand. Heute könnt ihr seine Antworten in einem ausführlichen Interview lesen:


Worin lag für Asp der Hauptgrund bzw. der Vorteil, ein Nebenprojekt zu gründen? (Timo P.)
Asp: Warum macht man Projekte? Der Hauptgrund ist natürlich die pure Lust gewesen, mich neben ASP noch in einem folkigeren Projekt austoben zu dürfen. Ich habe mein Nebenprojekt genauso gegründet wie damals das Hauptprojekt: aus purer Leidenschaft für das Genre. Freilich tragen beide Projekte meine ganz persönliche Handschrift, ob man das nun als Vor- oder Nachteil empfindet, aber ich arbeite ja auch mit einem anderen Team zusammen, was zusätzlich eine andere Klangästhetik fördert.
Ob sich dadurch weitere Vor- oder Nachteile ergeben, wird sich zeigen. Ob sich durch die etwas weniger düsteren Themen mehr Leute dafür begeistern lassen oder sich ihnen dadurch eine etwas einladendere Tür öffnet, durch die sie Zugang zu meinen Werken finden können, wage ich nicht zu prognostizieren. Nun fällt mir jedoch ein großer Vorteil ein: Mit Herumor bin ich an keinerlei fremd auferlegten Zeitpläne und Deadlines gebunden. Bei ASP ist das ja ein wenig anders.
Ich hoffe, ich habe die Frage richtig verstanden und zur Zufriedenheit beantworten können.

Der Fremder Zyklus neigt sich dem Ende ... wird es einen neuen, ins Thema greifenden Zyklus geben, oder wird "Herumor" perspektivisch "ASP" ablösen? (Torben F.)
Asp: Ohne nun zu viel verraten und über eine ganze Schachtel ungelegter Eier sprechen zu wollen:
Nach dem Fremder-Zyklus wird es einen weiteren Erzähl-Zyklus geben, so die Gesundheit und die Kraft mich nicht verlassen. Dieser wird dann gemeinsam mit dem Schmetterling und Fremder einen Kreis schließen. Aber ich werde den dritten Zyklus nicht direkt im Anschluss an „Fremder 5“ veröffentlichen, denn ich möchte mit ASP zunächst einige andere Ideen umsetzen. Dies zeigt schon mehr als deutlich: ASP wird auch weiterhin mein Haupt-Projekt bleiben, ich habe wahnsinnig viel vor und an einen wie auch immer gearteten Rückzug auf ein Folk-Altenteil ist nicht zu denken. Ich mache Rock, weil ich es liebe, ich habe ein Folk-Projekt, weil ich es liebe. Musikalisch polyamourös. Herumor soll ASP in keiner Weise ablösen!

Werden weitere Herumor Songs als Bildband separat veröffentlicht werden? (Timo P.)
Asp: Ich möchte das unbedingt weiter so handhaben wie bisher und habe die große Hoffnung, dass sich auch weitere Illustratoren und Maler für diese schöne Bilderbuchreihe finden. Und wenn es sich so ergibt, dann werde ich das auf jeden Fall fortführen, da es eine weitere große Leidenschaft von mir abdeckt.

Wählst Du schon beim Schreiben des Textes aus, zu welchen Zeilen des Liedes Bilder angefertigt werden sollen und wie diese ungefähr aussehen sollen oder lässt Du den Künstlern dabei freie Hand? (Nathaly A.)
Asp: Zu dem Zeitpunkt, wenn ich die Liedtexte verfasse, sind solche Überlegungen noch ganz weit weg. Zuerst kommt das Lied, dann erst das Buch. Alles andere würde mich beim Komponieren viel zu stark beeinflussen. Vielleicht wäre es spannend, mal ein Lied zu machen, bei dem ich gleich an die visuelle Umsetzung denke, aber momentan scheint mir das als eine Herausforderung, die ich aufgrund des Arbeitspensums eher auf einen späteren Zeitpunkt verschieben würde. Das erklärt übrigens auch, warum es zu einigen Herumor-Stücken kein Bilderbuch gibt. Manche halte ich weniger gut dafür geeignet, sie zu illustrieren. „Schneekönigin, wohin“ ist so ein Lied. Der zweite Teil der Frage ist übrigens recht einfach zu beantworten: unterschiedlich! Ich arbeite mit den verschiedenen Illustratoren so, wie es für die Erzählung und ihre Vorlieben am besten ist. Das entscheidet sich ganz individuell nach den Bedürfnissen dieser beiden Komponenten.

Holger Much zum Beispiel ist jemand, dem drückt man einen Liedtext in die Hand, dann verschwindet er damit in sein Atelier und kommt wenige Monate später mit einem fertigen Buch wieder heraus. Entsprechend gebe ich ihm natürlich gerne die Texte, die in sich schon eine sehr starke Erzählung tragen. Mit Timo Wuerz ist alles ganz anders. Für ihn schreibe ich immer ein ganz genaues Script, ganz gleich welche verrückte Erzählstruktur umgesetzt wird. Bei Fabia Zobel habe ich sowohl das eine als auch das andere schon gemacht. Während „Der Knochenmann, das Vöglein und die Nymphe“ im Grunde den Liedtext ganz geradlinig illustriert, haben wir bei „Zwielichtgestalten“ eine große Erweiterung der Lyrics geschaffen, die eine zusätzliche Dimension der Story erzeugen sollte. Und das dritte Projekt mit ihr … ups. Basiert gar nicht auf einem Herumor-Text, gehört hier also nicht wirklich hin. Hihi.

Wie ist dieses wunderschöne Cover des Albums entstanden? (Konstantin W.)

Asp: Zur Entstehung kann ich nichts sagen, das bleibt das Geheimnis des Fotokünstlers. Was ich aber dazu sagen kann, ist, dass ich über dieses Bild vor einigen Jahren gestolpert bin, als Alex Storm mir die Seite von Justin Peters im Netz zeigte. Er macht wirklich grandiose Sachen (Justin, nicht Alex), aber als ich dieses Bild gesehen habe, war ich schockverliebt und hatte eine Gänsehaut, die mehrere Tage anhielt. Es dauerte noch Jahre, bis ich dann endlich eine Gelegenheit hatte, ihn anzuschreiben und zu fragen, ob ich es für mein Herumor-Album lizensieren dürfte. So habe ich bisher nie gearbeitet, aber ich wusste, wir sind füreinander bestimmt, dieses Bild und ich. Das klingt nun irgendwie Stalker-mäßig, bitte den letzten Satz streichen ;)

Wird es zukünftig ggf. auch reine Herumor Konzerte geben? Oder bleibt es ab und an bei einzelnen Stücken zu besonderen ASP-Touren? (Kati M.)
Asp: Ach, Konzerte. Ein sehr, sehr bitteres Thema. Aber ich will die Frage mal so beantworten, als spielten äußere Einflüsse keine Rolle. Bisher sind keine Konzerte mit Herumor geplant. Ich würde wahnsinnig gerne Herumor-Konzerte geben, aber ich fühle mich einer zweiten so großen Anstrengung derzeit nicht wirklich gewachsen. Denn die Konzertplanung, die Logistik und die großen Investitionen, die dafür nötig sind, die sind zumindest zum jetzigen Zeitpunkt für mich nicht leistbar. Außerdem muss man auch einfach abwarten, ob es in Zukunft überhaupt noch ratsam sein wird, solche Risiken bei einem neuen, nicht etablierten Projekt einzugehen. Das muss die Zeit nach Corona in einer veränderten Live-Landschaft erst zeigen.
Aber wenn es so weit kommen sollte, dann strebe ich eine strikte Trennung zwischen ASP und Herumor an. Wenn ich eins aus dem Asps Von Zaubererbrüdern-Debakel gelernt habe, dann ist es, dass es besser ist, es nicht zu stark durcheinander zu würfeln. Das heißt nicht, dass es völlig ausgeschlossen ist, mit Herumor mal einen ASP-Song im Gepäck zu haben, aber lieber schreibe ich noch einige schöne Stücke für Herumor und warte, bis ich genug für eine eigene Setlist zusammenhabe. Das klingt nun erstmal wahrscheinlich wie eine Fehlentscheidung, denn warum sollte man den Bekanntheitsgrad der ASP-Songs nicht nutzen, aber langfristig halte ich es für die bessere Lösung für alle Beteiligten.

Das erste Album trägt den Beinamen "Zwielichtgeschichten I". Das lässt darauf schließen, dass weitere Alben zumindest vorgesehen sind. Gibt es hierzu schon Ideen, Vorstellungen, Pläne oder liegt das alles noch in unabsehbarer Zukunft? (Konstantin W.)
Asp: Ja. Die ersten Song-Ideen dafür existieren bereits, und ich werde sicher auch in einigen Wochen wieder an einem konkreten Stück arbeiten, aber zuerst ist das neue ASP-Album dran, das nun meine (relativ und für meine Verhältnisse) ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen soll.

Wie hat das Kind seinen Namen bekommen? Wieso wurde dieses Zweitprojekt ausgerechnet HERUMOR (Quenya: Schwarzer Herr) getauft? (Katrin L.)
Asp: Genau so. Es ist nach Tolkiens Begriff benannt. Passt doch auch wie die Faust aufs Auge, nicht wahr?

Bist du nicht schon komplett ausgelastet mit ASP, den Merchandisingunternehmen usw.? Oder bist du einfach ein fleißiges Bienchen mit unendlich vielen Ideen? (Nina R.)

Asp: Ich bin ein fleißiges Bienchen mit unglaublich vielen Ideen. Manchmal fühlt sich mein Kopf sogar so an, als wäre dort ein ganzer Bienenschwarm mit Ideen. Ich bin natürlich mehr als ausgelastet mit meinen Jobs. Aber manchmal schlägt einfach der Künstler in mir zu, schiebt alle anderen beiseite und vergisst dabei, dass alle zusammen in einem einzigen Körper wohnen, welcher bis zur totalen Erschöpfung getrieben wird. Bitte kein Mitleid deswegen!

Was fühlst du, wenn du an Herumor arbeitest/gearbeitet hast? (Christian D.)
Asp: Das kommt sehr drauf an, welche Arbeit daran es gewesen ist. Aber meistens empfinde ich eine Mischung aus Erschöpfung und Erfüllung, wenn ich an einem Projekt gearbeitet habe.

Bezogen auf die wunderschönen Bücher zu den Zwielichtgeschichten: gibt es einen Künstler mit dem du gern zusammenarbeiten würdest? (Steffi E.)
Asp: Da gibt es viele. Ein absoluter Traum wäre Alessandro Barbucci. Sein Strich ist so unglaublich elegant und schön, ich liebe seine Arbeiten. Aber auch Benjamin von Eckartsberg könnte ich mir gut vorstellen. Und natürlich die klassischen Tolkien-Künstler Howe und Lee. Man wird ja noch träumen dürfen … Oder Dave McKean für etwas schön Verrücktes oder Gris Grimly. Hach, ich könnte stundenlang aufzählen.

Wonach wählst du den Künstler aus, der deine Texte in Bilder umsetzen darf? Oder schreibst du gar Texte zu bereits vorhandenen Gemälden, die dann nur weiter vervollständigt werden? (Grit H.)
Asp: Ähm. Interessante Idee, kann mir aber nicht vorstellen, dass das so umsetzbar ist. Erst kommt die Geschichte, dann die Umsetzung in Bildern. Die Künstler habe ich auf ganz verschiedene Weise kennengelernt. Timo Wuerz kenne ich ja bekanntlich seit dem Pleistozän, Holger und ich kennen uns aus der „Szene“ und Fabia hat mir Timo vorgestellt. Alles ganz natürlich gewachsen.

Der Albumtitel „Eine Liebe nicht weniger tief“ hat mich wunderschön eiskalt erwischt. Wie kam er zustande? (Alessandra M.)
Asp: Er flog mir einfach so zu, dieser Titel. Ich dachte mir, es sei ein phantastischer Name für das Werk, um dem Hörer Raum für seine eigenen Interpretationen und Gefühle zu lassen. Die ersten Reaktionen lassen vermuten, dass dieser Plan aufging.

Beschreibe "Eine Liebe nicht weniger tief" mit einem Duft. (Lily M.)
Asp: Waldbodenduft im Frühling.

Welche der Geschichten auf dem Album hat dich vielleicht selbst überrascht - eine Wendung genommen, die du nicht vorhergesehen hast, zum Beispiel? (Lily M.)
Asp: Eigentlich überraschen mich die meisten meiner Geschichten während ihrer Entstehung. Sehr ausgeprägt geschah dies allerdings bei „Achte meiner Liebe nicht“, der eigentlich als eine Art „Königskinder“-Variation begann und sich dann im Schreibfluss doch wieder in eine wahrhaftige Anderswelt- und Fantasy-Story verwandelt hat. Ich bin sehr glücklich darüber.

In deinem Logbucheintrag zu „Abyssus 2 (Musik)“ thematisierst du, wie Musik das innere Kind emotional berühren kann. Du hoffst, dass es dir mit deiner Musik gelingt eben dieses bei anderen auszulösen. Nun meine Frage an dich, kann es auch vorkommen dass du von deinen eigenen Songs so berührt wirst? (Svenja G.)
Asp: Das kann und muss vorkommen. Ich halte es sogar für nötig, um unverstellt und ohne Gängelband von fremden Einflüssen meine Geschichten und Lieder „aufzuspüren“. Aber es ist genauso notwendig, zu einem bestimmten Zeitpunkt des Arbeitens dieses Gefühl festzuhalten und dann ganz erwachsen damit weiterzugehen, ihm ein Zuhause zu bauen.

War es von Beginn der Zwielichtgeschichten der Plan, alle Lieder zusammen auf ein Album zu packen oder entstand die Idee dafür erst später? (Joe L.)
Asp: Nun, ganz zu allererst und vor gefühlt tausend Jahren sollte daraus ja ein Asps Von Zaubererbrüdern-Album werden. Dann allerdings ließ ich die Idee einige Jahre komplett los und hatte gar nicht so fokussiert im Blick, eine ganze Sammlung von diesen Liedern zu einem Album zu vereinen. Aber ganz klar: Ich bin eben doch ein alter Alben-Fan (z.B. Nachtalben, hüstel), und irgendwie fühlte sich das Projekt unvollständig an. Und da viele davon ausgehen, dass die Veröffentlichungsform Album und ganz speziell der Tonträger CD in den kommenden Jahren langsam verschwinden wird, wuchs in mir der Wunsch immer stärker. Denn ich wollte unbedingt eine CD und eine Vinyl von diesen schönen Stücken in den Händen halten. Inklusive Artworks.

Werden über die Geschichten in den Liedern, die noch nicht in Buchform existieren, auch noch Bücher entstehen? (Joe L.)
Asp: Wie oben erwähnt: Nicht alle eignen sich gleich gut für eine Bebilderung. Ich denke, ein Bilderbuch von „Rüstzeug“ wäre auch absolut nicht jugendfrei. Ich denke, es wird auch in Zukunft bei Herumor immer Songs geben, die als Buch vorab erscheinen, und welche, die danach eben auf dem Album ohne Bilderbuch dazukommen werden. Eigentlich ja auch eine wunderschöne Art der Veröffentlichung. Ich habe aber auch von unzähligen Menschen gehört, die die Bücher haben links liegen lassen und die sich nun einfach das Album holen. Wahrscheinlich wäre denen sogar ein Download ausreichend. Das wird es ja für die Musik-Puristen ebenfalls geben.

Hast du besondere „Rituale“ beim Texte schreiben? (Lara W.)
Asp: Für Rituale habe ich keine Zeit. Ich setze mich lieber hin und schreibe los.

Woraus schöpfst du Energie und Inspiration? (Lara W.)
Asp: Ich schöpfe meine Energie aus Spaziergängen im Grünen in Hundebegleitung. Inspiration schöpfe ich aus jedem Atemzug und aus allem, was mir begegnet. Niemand ist unbeeinflusst von äußeren Eindrücken, ich auch nicht. Aber oft sind es die umherstreifenden Gedanken, die sich zu einer Geschichte verdichten. Ich pflücke sie aus der Luft, lasse sie mir vom Wind einflüstern, bringe sie mit aus einem Traum.

FORTSETZUNG FOLGT…
Erfahrt im zweiten Teil des großen Fan-Interviews, wie Asp seinen Arbeitsplatz gestaltet, wie unordentlich er ist, welche "Bettgeschichten" es bei bei der Entstehung des Albums gab und vieles mehr!

Die Fragen wurden gestellt von Mitgliedern der Facebook-Gruppe ASP – eine magische Verbindung

FOTOS: Heilemania

27. September 2020

Was tun wir nicht alles

Dies ist für alle meine Freunde und Kollegen dort draußen.
Als Zeichen der Solidarität. Und als weitere Stimme im Chor der Rufenden, gerichtet an jene, in deren Verantwortung es liegt, endlich Maßnahmen zu ergreifen. Und zwar Maßnahmen unabhängig von irgendwelchen subjektiven Urteilen, Vorurteilen und Verurteilungen, was in diesem Lande Kultur ist und was nicht.
Dies ist kein Gejammer. Dies ist kein Diskussionsanstoß zur Pandemie und dem Sinn oder Unsinn der so genannten Corona-Beschränkungen.
Es geht nur um eine Berufsgruppe, die keine Lobby besitzt, außer ihren Fans, Besuchern, Zuschauern und Hörern.



Was tun wir nicht alles

… um andre nicht durch Nähe zu gefährden?
Doch wird es wieder so wie früher werden?

Wenn alle sich ans Einsam-Sein gewöhnen
und unter Masken endlich nicht mehr stöhnen?
Wer wird zu Geigen, Lauten, Trommeln greifen,
wenn in ihm Furcht und Existenzangst reifen?
Wenn viele all die steinig-harten Wege
gezwungen sind von vorn zurückzulegen?
Wie Sisyphos dem Stein blickt hinterher,
der in das dunkle Tal rollt, groß und schwer.
Die Plätze vor Manegen und den Bühnen,
wo ungeknickt die Wiesengräser grünen.

Noch schwingst du am Trapez sanft hin und her,
die Finger taub. Die Luft ist bald schon leer!
Du siehst die Clowns verschwinden mit den Netzen,
und stürzt du ab, wirst du dich schwer verletzen.

Vorm Spiegel übst du Mimik und Gebärden.
Doch wird es wieder so wie früher werden?

Und wird’s nicht eher so, wie’s davor war,
vor Publikum, Applaus, Verehrer-Schar?
Als deine Träume Angst und Trauer schürten,
weil deine Eltern nicht das Feuer spürten,
den Weg als Kapriole, Leichtsinn sahen
und jeden Tag, seit Jahrn, das Ende nahen.
Du hast gelernt, geübt, warst nie untätig.
Doch nun sieht sich ein jeder – froh! – bestätigt.

Dein Weg war voller Herzblut, doch riskant,
und plötzlich bist du wieder „Musikant“.

Du hast so viel geleistet und gewagt
und hörst das alte „Hab ich’s nicht gesagt?“
Die Opfer, die du brachtest, warn so viele,
und du erreichtest ungeahnte Ziele
und schuftetest dich krumm fürs täglich Brot,
doch plötzlich herrscht für dich Berufsverbot.

Du legtest Hand an hinter den Kulissen.
Wird man die unsichtbare Kraft vermissen?

Die vielen guten, arbeitsamen Hände,
die Tatkraft, ohne die nichts je stattfände.
So viele Helfer bündeln all ihr Streben,
um Bühnen nur für andere zu geben.
Sie stehn am Rand, wenn andre darauf singen,
Theater spielen oder Saltos springen.
Sie schieben kunstvoll Regler, drehn die Knöpfe,
zerbrechen sich den ganzen Tag die Köpfe.
Sie müssen, wollen immer Einsatz bringen,
und ohne sie gäb es auch kein Gelingen.
Ob sie die „Stars“ zur Bühne eskortieren,
sie Technik oder Licht organisieren,
sie hunderte mit Speis und Trank versorgen,
die Bühnen auf- und abbaun bis zum Morgen.
Ob sie mit Klemmbrett oder Schraubenschlüssel
hantieren, oder mit Besteck und Schüsseln,
ob sie bewaffnet sind mit Puderquasten,
mit Eyelinern, Kajal, Mephistomasken,
sie tragen Wichtiges zum Ganzen bei,
sind alle Teil der großen Zauberei.

Denn ohne sie wär alles öd und leis
und alles dunkel ohne ihren Fleiß.
Oft sehr bescheiden und doch so famos,
nun sind sie unsichtbar UND arbeitslos.
Wie viele können später wiederkehren,
wenn wir Respekt und Hilfe heut verwehren?
Das Abseitsstehen ohne Ruhm ist eines,
doch etwas völlig anderes, Gemeines,
ist’s, sagt man diesen Menschen, einfach allen,
dass sie auch durch Gesellschaftsmaschen fallen.
Wer wendet sich nun ab von dem Problem?
Warum versagt das Solidarsystem?
Wie solln sie alle ihren Mut erneuern?
Wie durch der Zukunft Nebelbänke steuern?
Sie gaben alles, auch für dich und mich.
Jetzt lässt man sie mit ihrem Werk im Stich.
Nun brauchen sie auch einmal Rampenlicht.
Seht ganz genau hin, es ist eure Pflicht!

Nicht alles lässt sich in Applaus bemessen,
verhallt wird er bald sein, wie wir vergessen.
Wir rufen zwar: „Our show, it must go on!“

Doch wenn man uns nicht hilft, sind wir verlorn.
So viele Rücken sind uns zugekehrt.
Los, nehmt uns wieder wahr, wir sind es wert!
Wir sind nicht Taugenichtse, Vagabunden,
wir haben uns genau wie ihr geschunden,
sind Steuerzahler und Gesellschaftsstützen!
Nun wär es an der Zeit, auch uns zu schützen.

Wir wollen keine läppischen Almosen,
doch fühlen wir uns langsam ausgestoßen,
vergessen, als entbehrlich abgestempelt.
Es wurde unser Dasein umgekrempelt,
und schuldlos dürfen wir nun nicht mehr glänzen.
Das ist das Ende vieler Existenzen.

Mit uns habt ihr so vieles zu verlieren,
dabei sind es doch Jobs, die funktionieren,
oft Lebens- und Berufsspezialkonstrukte,
genial und einzigartig, doch nun schluckte
die große Depression der Pandemie
so viele. Die erholen sich auch nie.
Man lässt sie alle nun im Regen stehen.
Und bald werden sie in der Schlange gehen,
so wie das Publikum zu tun es pflegte,
bevor man uns Zwangspausen auferlegte.

Konzernen hilft man gerne mit Millionen,
Milliarden gar, und rettenden Aktionen,
dem Geld, das auch von unsren Steuern stammt.
Im Ernst, für uns bleibt nur der Weg zum Amt?


Die Umsätze, die man gemeinsam schaffte,
die Steuern, die der Fiskus an sich raffte,
das alles soll nun anderen bloß nützen?
Wir sollen das System zwar unterstützen,
doch geht es nun auch um das Profitieren,
solln wir viel mehr als andre nur verlieren?
Als ob die Branche nichts gewesen wär?
Verzeihung, das klingt nicht gerade fair.

Und offensichtlich ist: Greift niemand ein,
wird für uns bald endgültig Stille sein.

Und dunkel bleiben bald auch die Theater,
es freun sich immerhin Steuerberater.
Nichts gegen den Beruf! Nicht falsch verstehn.
Wir sind bereit, den harten Weg zu gehn.
Sind weiterhin bereit, uns zu verschleißen
und täglich unsre Ärsche aufzureißen.
Wir machen uns auch gern für euch zum Affen,
doch ohne Hilfe ist das nicht zu schaffen.

Es ist schon heute leider völlig klar:
Für uns wird nichts mehr sein, wie es mal war.

Muss für uns, um nicht andre zu gefährden,
denn wirklich alles so gefährlich werden?

24. August 2020

Herumor. Es gibt ein Datum!

Liebe Freunde des musikalischen Geschichtenerzählens!

Am 20. November erscheint das lange, lange erwartete
Herumor-Debut-Album
„Eine Liebe nicht weniger tief“. 


Und heute möchte ich verraten, wie die so genannte Tracklist des Albums aussehen wird. Die darauf enthaltenen Lieder/Geschichten werden die folgenden sein:

Zwielichtgestalten
Der Knochenmann, das Vöglein und die Nymphe
Rüstzeug
Die Ballade vom „Treuen Troll“
Windrad
Nie am Tage
Achte meiner Liebe nicht
Schneekönigin, wohin
Happy End für alte Knochen

Einige davon kennt ihr bereits von lange verklungenen Konzertabenden oder von der Zwielichtgeschichten-Buchreihe.

Für das Album wurden alle Songs, die in den vergangenen Jahren erschienen sind, mit viel Fingerspitzen- und Zartgefühl neu gemischt und gemastert. Denn natürlich müssen sie alle wie aus einem Guss klingen, wenn sie zusammen ein Album ergeben sollen. Patrick Damiani hat diese schwierige Aufgabe perfekt gemeistert, muss ich sagen. Auch denke ich, dass diejenigen, die bereits die alten Versionen besitzen, mit den neuen Mixen ihre Freude haben werden. Neue Details sind zu entdecken.

Das Album wird übrigens als CD, Kauf-Download und Doppel-LP erscheinen. Für die Schallplatte haben wir ein spezielles Vinyl-Mastering erstellen lassen.

Weitere Infos in Kürze!

Asp