Journal

30. Oktober 2021

Ein Knäuel aus Seemannsgarn wird entwirrt

Liebe Hörer!

Fünf lange Jahre hat es gedauert, bis dieser Song ENDLiCH! das Licht der Welt erblicken durfte. Ich habe diese lustige Seefahrt mit den vielen Seefahrtsmetaphern irgendwann im Jahre 2016 geschrieben, und die Melodie des Refrains spukte mir seitdem immer mal wieder im Kopf herum.

Eigentlich hätte „Seemannsgarnknäuel“ als Bonus-Track auf der limitierten Edition des Albums „zutiefst“ erscheinen sollen. Das wollte aber nicht klappen, da die Deadline immer näher rückte, und zwei der eigentlich geplanten zusätzlichen Produktionen mussten dann bedauerlicherweise zurückgestellt werden. Das Album selbst war schon wieder sehr lang geworden, und mit den Logbucheinträgen, dem mir unfassbar wichtigen „Parole: Poesie!“ und der Coverversion des Simon & Garfunkel-Klassikers „I Am a Rock“ hatten wir, gelinde gesagt, auch mehr als ordentlich Bonus-Material produziert, auch wenn unser Label davon nie genug haben kann, weil man vermutlich nicht ganz durchschaut hat, wie viel Arbeit das darstellt. Merkwürdig, manche Schilderungen solcher Zusammenhänge scheinen auch nach so vielen Jahren noch mit solch einer Begabung ignoriert zu werden, dass man sich wünscht, dieses irre Talent könnte man irgendwie klug nutzbar machen, zum Beispiel indem man saubere Energie erzeugt. Aber solche Wünsche sind nichts als Phantastereien. Im Gegenteil: Es ist eine Gabe.

Freilich hat mich das dennoch gewurmt, denn ich mochte diesen maritimen Rundumschlag auf die Musikindustrie schon in seiner rudimentären Entwicklungsform sehr gerne.

Eine Zeit lang überlegte ich sogar, ob ich es nicht auf Herumor umwidmen sollte, denn musikalisch hätte das durchaus gepasst. Aber irgendwie war mir das zutiefst unangenehm, denn mein Side-Project sollte ja nach all den steinigen Wegen, die zu dieser schönsten Nebensache meiner Musikwelt führten, von derlei traumatisierenden Business-Erfahrungen unbelastet bleiben. Bei ASP war da schon Hopfen und Malz verloren, also sollte der bissige Kommentar da bleiben, wo er hingehört.
Jedoch war das musikalisch eine nicht unpassende Idee, und so verschwand der Song nicht allzu tief in meinem wankenden Stapel an Halbfertigem und wartete auf eine passende Gelegenheit.

Diese ergab sich dann 2019, als ich begann, den „Kosmonautilus“-Nachfolger planungstechnisch in Angriff zu nehmen. 

Johanna und ihre DELVA-Gestalten kannte ich schon eine ganze Weile, und wir hatten schon einige kleinere Zusammenarbeiten realisiert. Zum Beispiel steuerte ich einen Text für ihr wunderbares Album bei, welches später „Spuren“ heißen sollte, damals aber noch namenlos war.

Ich war mir recht sicher, dass die Damen und Herren genau die musikalischen Mittel besitzen, um dieses lange, schwarzhumorige Stück mit ihrem Können zum Glänzen zu bringen.

So fragte ich an – und siehe da: Sie hatten auch Lust.

Und so kam es zu einer spannenden Kooperation. Ich schickte ihnen ein sehr rudimentäres Demo des Liedes und überließ die sogenannten Arrangements komplett ihren fähigen Händen und Instrumenten.

Bei so einem langen Erzähl-Lied ist das eine ganz schöne Herausforderung, denn es braucht viel Einfühlungsvermögen und dutzende von kleinen Ideen, um dafür zu sorgen, dass ein Song über diese lange Spielzeit interessant bleibt und dem Zuhörer genug Abwechslung bietet. Glaubt mir, ich weiß wovon ich spreche! ;)

Aber wie man am Endergebnis erkennen wird: eine Aufgabe, die sie „spielend“ gemeistert haben.

Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und freue mich für das Lied, dass es am Ende durch so geschickte und freundliche Hände doch noch das Licht der Welt erblicken darf.

Man kann nur sagen: Die fünf Jahre Warten haben sich gelohnt!
Freut euch darauf!

Danke, DELVA!

Ihr wollt mehr von DELVA hören? Ihr Album SPUREN gibt es bei uns im Shop zu bestellen. Sehr empfehlenswert!

Seemannsgarnknäuel wird es zu hören geben als Bonus-Song auf vielen Editionen von ENDLiCH!