Journal

10. Mai 2017

Asp als Gastsänger bei Konstantin Wecker!

KURZÜBERBLICK FÜR WENIGLESER: 


++++ ASP ALS GASTSÄNGER AUF DER NEUEN CD VON KONSTANTIN WECKER ++++ POESIE UND WIDERSTAND +++ ERSCHEINUNGSDATUM: 27.MAI +++ SAGE NEIN! (UA. MIT ASP) ALS VORABSINGLE +++ ASP WECKER-COVERVERSIONEN WERDEN ZEHN! +++


 
Liebe Freunde!

Mittlerweile dürfte es ja weithin bekannt sein, dass ich ein großer Fan von Konstantin Wecker bin.
Nicht nur findet er Erwähnung in meinem Textebuch „Horror Vacui“, und zwar als eine der Inspirationsquellen zum Text des Songs „Ich will brennen“, ihm ist auch das Album „GeistErfahrer“ gewidmet. Und wir wollen natürlich die Coverversionen der Wecker-Songs „Sage nein!“ und „Frieden im Land“ auf der CD „Nie mehr!“ nicht vergessen, welche mittlerweile – zu meiner großen Freude und Erleichterung – so etwas wie Kultstatus erlangt haben. Ganz nebenbei: Ein kleines Jubiläum erleben auch diese, erschienen sie doch vor 10 Jahren!

Auf unserer Herzensangelegenheit-Tour im vergangenen Herbst haben wir „Sage nein!“ live gespielt, womit wir nicht nur dem eigenen, sondern auch dem Wunsch vieler Fans nachgekommen sind.

Wie schon öfter erwähnt: Werden Künstler zu ihren Vorbildern und Inspirationen befragt, erhält man nicht selten zögerliche bis sogar ausweichende Antworten. Und das ganz zu Recht, denn bei der heutzutage herrschenden Informationszerfaserung im Internet und der quasi nicht mehr existenten Bereitschaft des Musikjournalisten (falls es den überhaupt noch gibt), mehr als Schlagworte zu transportieren, tut man gut daran, keine Aussagen zu treffen, welche zu viel Interpretationsspielraum lassen.
Als ich zum Beispiel in einem Interview mal erwähnte, dass Prog-Wegbereiter wie Jethro Tull genauso zu meinen musikalischen Vorlieben zählen wie der Heavy Metal der 80er Jahre, da hieß es prompt in Rezensionen, die neue ASP-Scheibe sei „deutlich beeinflusst von Tull und 80er-Metal“.
Na, da hätte es sich sicher gelohnt, das Album-Review durch den bewährten Trick des Anhörens von diesem Unsinnsurteil zu befreien. Tja.
Des Weiteren möchte der Künstler natürlich auch nicht die ganze Zeit mit investigativen Interpretationsansätzen gelöchert werden. „Ha, an der Stelle hört man aber genau den unglaublichen Einfluss von X auf dein Werk, hab ich nicht recht, ja? Jaaaaa?“
Dies alles nur als Erklärung, warum man manchmal besser seinen Mund hält, wenn man nach Einflüssen oder Idolen gefragt wird.

Ich kann jedoch frei heraus und ohne Angst vor Fehlinterpretationen sagen (von „zugeben“ möchte ich nicht sprechen):
Konstantin Weckers nur so vor lyrischer Kraft strotzende Texte haben mich enorm geprägt. Sie haben die Lust am musikalischen Gedicht geweckt, und wohl kaum ein anderer Künstler hat mich sprachlich so beeinflusst wie er.

Ob es nun die zarte Poesie der Liebeslieder war oder die mitreißenden Aufschreie der Menschlichkeit als Inseln in einem von mir empfundenen Meer aus Wahnsinn, in dem die Welt zu versinken drohte. Wenn jemand also in meinen Songtexten sprachliche Spuren von Wecker findet, sich dieser Geist auf solche Weise fortpflanzt, dann beschneidet mich das nicht in meinem dichterischen Ego, nein, im Gegenteil: Das ist eine Gabe, die ich freudig entgegengenommen habe und ebenso bereitwillig weiterreiche. Und das Schreiben selbst, das darf ich natürlich eigenhändig schaffen. Das wird ja nicht geschmälert.

Freilich imponieren mir aber auch Konstantin Weckers Haltung und seine unfassbare Kraft, seine Unbeugsamkeit, sein unbestechlicher Widerstand gegen die menschliche Kälte in dieser Welt, gegen Ignoranz und Hass.
Und in diesem Jahr wird er nun 70, blickt auf ein schier unglaubliches Werk zurück, und es scheint kein Ende in Sicht. Gut so! Mehr denn je brauchen wir sein Weckerleuchten, seinen Mut, uferlos zu träumen und in diesen Träumen den Menschen als friedliebendes, lernfähiges Wesen nicht aufzugeben.

Das begeistert mich, und von dieser Hoffnung hätte ich gerne eine große Portion. Diese fehlt mir oft, aber wenn es gar zu schlimm wird, dann kann ich sie in seinen Liedern suchen gehen und mit Sicherheit finden.

Das macht mir Mut.
So muss es sein!

Nun begab es sich, dass kurz vor unserer Intimus-Tour ein Kontakt zustande kam und ich gefragt wurde, ob ich Lust hätte, einige Zeilen für eine Neuaufnahme von – ratet mal! – „Sage nein!“ einzusingen. Ihr könnt euch das Gefühl, mit dem ich „Ja“ gesagt habe, vermutlich vorstellen.
Fast wäre es sogar noch schief gegangen, denn die Aufnahmen hätten in der Tourpause stattfinden sollen, als sich das ereignete, was nun als „Der Reutlingen-Zwischenfall“ in die ASP-Annalen eingehen wird. Ich erinnere an die melonengroßen Antibiotikum-Tabletten …
Dank der Geduld des Wecker-Teams, der Bereitschaft des guten Lutz Demmler, einige Termine zu verschieben, und natürlich der Unmengen von Ingwertee ging dann alles gut, und trotz einiger kleinerer Grippe-Nachwehen konnten die Zeilen eingesungen werden.

Box

Erscheinen wird die neue Version von „Sage nein!“ auf der CD „Poesie und Widerstand“ zum 70. Geburtstag Konstantin Weckers, die ich euch hiermit ans Herz legen möchte!

Poesie und Widerstand!
Was für ein Titel. Nichts könnte das (bisherige!) Lebenswerk von Konstantin besser beschreiben. Und denkt daran, liebe Leser:
Poesie IST bereits Widerstand.
Widerstand gegen die Abgestumpftheit der Welt. Und damit seid ihr, liebe ASP-Fans, im Wecker’schen Sinne (und auch in meinem) allesamt Rebellen.

Hier könnt ihr sie zum Beispiel bestellen!
P&W Bei JPC

Es sind einige absolute Wecker-Klassiker dabei, die mich maßgeblich geprägt haben. Es lohnt sich wirklich! Es gibt unzählige Neuaufnahmen und Liederwiederinterpretationen. Dieser Wecker klingt mit bald 70 frisch und gut aufgelegt, da kann man nur sagen/schreiben: Chapeau!
Ich darf mich übrigens einreihen in eine Schar von sehr illustren Gästen. Kunterbunt und quer durch musikalische Stile und Lebenseinstellungen.
Ein Zeichen der Solidarität gegen Populismus, Intoleranz und die Gefahr von rechts. 

Und mittendrin ein Gothic-Novel-Rocker … Auch das zeugt wieder von dem Mut des Herrn Wecker, denn ihr wisst ja, wie wenig PR-wirksam solche Dauerschwarzträger wie ich für gewöhnlich beim Establishment sind.

Ich bin sehr stolz darauf, einen winzig kleinen Beitrag geleistet zu haben. Danke, dass ich bei „Sage Nein!“ mitsingen durfte.

Der Song erscheint am kommenden Freitag, den 12. Mai, als Vorabsingle zum Album digital.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Asp