Journal

20. August 2018

Zaubererbruder Live & Extended in Hamburg ausverkauft!

Liebe Freunde,
es ist nun tatsächlich so gekommen: Auch die Große Freiheit 36 meldet für das Abschlusskonzert der Zaubererbruder live & extended Tour 2018 AUSVERKAUFT!
Wahnsinn. Vielen Dank! Wir freuen uns auf euch.


14. August 2018

Wir sind der … STROM?

REFLEXIONEN TEIL 1 UND 2

Wer hätte das gedacht: Für alle Streaming-Freunde gibt es gute Nachrichten. Damit die Spotify- und anderen Streamingdienst-Nutzer nicht gänzlich auf ASP verzichten müssen, haben wir vor einiger Zeit relativ unbemerkt eine neue Veröffentlichung in den Äther geschoben, ein „Best-of-Doppel-Album“ mit dem schönen Namen REFLEXIONEN. Passend irgendwie.

 Wie in einem meiner letzten Beiträge erwähnt: Ob wirklich alle drauf sind, die man allgemein als „Die Besten“ betrachten kann … keine Ahnung! Aber es ist eine schöne, runde Zusammenstellung aus allen Phasen der nun beinahe 20 Jahre währenden Geschichte des Gothic-Novel-Rock.

Dies ist vor allem für diejenigen unter euch gedacht, die uns mit dem Kauf von Alben unterstützen, aber bei ihrer täglichen Dosis des Unterwegs-Streamings bisher auf ASP verzichten mussten.

Wir hoffen von Herzen, dass ihr euch über diesen kleinen Kompromiss freut.

Wir wünschen viel Spaß damit.

ASP & Team

Linksammlung:

Bei Amazon music:
Reflexionen 1
Reflexionen 2
Bei apple music:
Reflexionen 1
Reflexionen 2

Bei Spotify:
Reflexionen 1
Reflexionen 2
Bei DEEZER
Reflexionen 1
Reflexionen 2
Bei Google Play 
Reflexionen 1
Reflexionen 2
Bei Napster
Reflexionen 1
Reflexionen 2







12. August 2018

Zaubererbruder live & extended proudly presents

THOMAS ZÖLLER, meine Damen und Herren.

Seit vielen Jahren ein lieber Freund und musikalischer Wegbegleiter.
Er wirkt in zahlreichen fabelhaften Projekten mit, sei es nun seine Fusion World Music Band Homebound, das rührend-bezaubernde "Katherlyns Reise" oder natürlich die von ihm gegründete und geleitete Dudelsack Akademie.

Thomas war sowohl bei den Unplugged-Tourneen von ASP als auch beim kurzlebigen Ensemble ASPs Von Zaubererbrüdern und dessen Nachfolger Herumor zu hören und in diesem Herbst wird er beweisen, dass er auch in der Rockbesetzung seinen unverwechselbaren Klang zu entwickeln vermag.
Wir freuen uns enorm, ihn als den ersten der musikalischen Gäste der ZAUBERERBRUDER live & extended Tour ankündigen zu dürfen.
Eine besondere Empfehlung sei zudem ausgesprochen: Wer es irgend schafft, sollte auch in diesem Jahr eine Reise nach Hofheim im Taunus machen, genauer am kommenden Wochenende, denn von 16. bis 19. August findet dort das nunmehr 12. Interkeltische Folkfestival statt, welches von Thomas initiiert und organisiert wird.

Foto: Heiner Breuer


4. August 2018

Dann doch

Liebe Freunde,

entgegen meines Kommentars zu den Zeichner-Freunden im Münzen-Beitrag hat es sich Timo Wuerz dann doch nicht nehmen lassen :)
Ich sollte meinen "Schnabel" halten, hihihi …



1. August 2018

Münzen

Liebe Freunde,

natürlich habe auch ich ein absolutes Lieblingsdankeschön bei der Crowdfunding-Aktion für ZAUBERERBRUDER – LIVE UND FÜR IMMER. Es handelt sich dabei um die fabelhaften Münzen, die Pit Hammann und ich für euch ausgetüftelt haben.
Wer denkt, es läge daran, dass ich dabei eben nicht viel zu arbeiten habe wie bei den handgeschriebenen Texten, ist ein Schelm. Vielleicht liegt es daran, dass jeder Musiker es sich wünscht, mal sein eigenes "Geld" prägen zu lassen, hihi.
Oder weil es gut zum teuflischen Müllermeister passt?
Schließlich heißt es im Liede

Der Müller ist ein reicher Mann,
liebt's, sein Gold zu horten,
weil er viel' Schätze finden kann
an geheimen Orten.

Oder weil ich bekanntermaßen ein großer Fan von Onkel Dagobert bin und endlich selbst wie ein Seehund hineinspringen möchte, wie ein Maulwurf darin herumwühlen und es mir auf die – wie passend! – Glatze prasseln lassen möchte?

Ich konnte leider keinen meiner Zeichner-Kumpels überreden, mich in passender Manier in den Geldspeicher (am liebsten die Barks- oder Rosa-Version) zu zeichnen.
Nee, so ein Kapitalist bin ich nicht … echt nicht …

Nee. 
Einfach nur, weil sie so hübsch sind.

Grüße,

Asp


12. Juli 2018

Nachgedacht in der Pause. Teil 4: Arbeiten in der Pause

In den letzten Journaleinträgen ging es um das Nachdenken in der Pause und die Ergebnisse des Grübelns. Aber natürlich wurde auch ein winziges bisschen gearbeitet.
Versuch einer kleinen Übersicht:

Neben den umfangreichen Vorbereitungen für die Zaubererbruder Live & Extended Tour wurde hinter den Kulissen viel aufgeräumt: Projekte wurden archiviert (für alle Zeiten beerdigt wurde dann doch fast nix, dafür habe ich ein zu weiches Herz), ad acta gelegt und andere wurden auf den Schreibtisch verschoben.

Ein erstes Ergebnis hat ja bereits während der Pause das Licht der Welt erblickt: Die Moritat vom doppelten Rottchen, welche Pit Hammann herrlich illustriert hat und die nun als Buch (zusammen mit dem Klassiker „Die Kleine Ballade vom Schwarzen Schmetterling“) erhältlich ist.

Für die Herbsttour habe ich aus alten Krabat-Ideen zwei (echt starke) neue  Zaubererbruder-Lieder geschrieben, und weil es gerade so gut lief, habe ich gleich begonnen, für das nächste ASP-Album Musik und Texte zu schreiben. Läuft!


Nebenbei gibt es auch Neuigkeiten bei Herumor. Auch für das Akustik-Projekt habe ich was ganz Neues geschrieben (dabei sind noch nicht einmal alle älteren Stücke veröffentlicht, obwohl Alex Storm schon seit Monaten mit den teuflischen Hüfchen scharrt). Ein ganz besonderes Lied wird entstehen, ein Troll spielt die tragische Hauptrolle, und Holger Much wird nicht nur das Buch dazu malen, sondern auch mit seinen Flöten im Studio erwartet, um bei dem dazugehörigen Song mitzuwirken. Bis Holger seine wundervollen Zeichnungen dazu angefertigt hat, werden allerdings noch einige Monate ins Land gehen.

Aber alles der Reihe nach, denn vor dem fünften Band der Zwielichtgeschichten muss natürlich noch Band 4 kommen. Der befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Druck und wird am 6th of September erscheinen. Das Buch heißt „Nie am Tage“, vielleicht erinnern sich einige von euch noch dunkel an den Song? Nun kommt er, mitsamt Buch, phantastisch in Gemälde umgesetzt von Timo Wuerz, der dabei ganz neue Seiten von sich zeigt und seinem typischen Wuerz-Style doch irgendwie treu bleibt. Faszinierend, was der Herr da gezaubert hat, sage ich euch. Dazu habe ich ihm ein besonders vertracktes „Drehbuch“ zukommen lassen, und ich bin sehr gespannt, wie die Bild-Story und der Songtext sich ergänzen. Sicher keine typische Vampir-Geschichte, wie man sie schon tausend Mal gesehen hat.
Tja, was noch? Viele wundervolle Gedichte begonnen und aus lauter Lust und Freude weitergeschrieben, wann immer mir ein paar Stunden blieben. Auf eines davon bin ich besonders stolz, und es wird als Teil einer wirklich „phantastischen Anthologie“ erscheinen, auf die ich sehr gespannt bin.

Das alles zähle ich nicht auf, um damit anzugeben. Ich zähle es auf, um euch stolz mitzuteilen: Es gibt eine ganze Menge, worauf ihr euch freuen dürft.

Heute also stimmt das nun Hingetippte nun aber wirklich besonders:

Fortsetzung folgt …


8. Juli 2018

Nachgedacht in der Pause. Teil 3: „Ich muss gehn, ich muss gehn.“

Wenn man Pause macht und mal so richtig zu sich kommt, dann erfährt man die erstaunlichsten Dinge über sich selbst. Innehalten. In sich gehen. Weiterkommen.

Als ich vor über 20 Jahren als Jungspund mein beengendes, erdrückendes (zumindest empfand ich es damals so) Kleinstädtchen in Richtung „große Stadt“ (zumindest empfand ich es damals so) verließ, hatte ich einen absolut guten Grund:
Ich folgte meiner großen Liebe!


Natürlich spreche ich von ihr, der einen, der Femme fatale, der ewig reinen, junfräulich Unschuldigen, der geheimnisvoll-betörenden und oft unnahbaren Frau Musica!
Ich zog wegen meiner damaligen Band nach Frankfurt am Main. Kaum war ich da, löste sie sich auf, die Band. Ich blieb, vertrank meiner Großmutter klein Häuschen (rein metaphorisch gesprochen – meine Großmutter besitzt kein „klein Häuschen“. Gut für sie, sonst säße sie nun auf der Straße, meine wundervolle Oma) und lernte bald neue Mitstreiter kennen, und in einer Trinkpause beschloss man so manche Großtat. Der Rest ist Geschichte, und genau wie bei der Band entwickelte sich manches über die Jahre einfach so dahin, wurde irgendwie, und dann wurden manche Sachen einfach als gegeben angesehen. Genauso das  mit dem Bleiben in einer nicht wirklich vorhandenen Heimat.
Liebe Frankfurter, ihr seid ein bezauberndes Völkchen, mit eurer ruppigen Herzlichkeit. An euch lag es bestimmt nicht, dass ich im Rhein-Main-Gebiet immer ein bisschen fremd geblieben bin.
Außerdem wird man auch älter (trotz Photoshop und trotz aller Proteste der Fans) und entwickelt andere Bedürfnisse, verlagert Interessen. Ich merkte, dass ich mich nach einer anderen Landschaft sehnte. Nach Wäldern, Auen, Hecken und Wiesen. Nach Natur, die mein oft überlastetes Hirn nach einem anstrengenden Tag beruhigen mochte. Ich bekam eine seltsame Mischung aus Heim- und Fernweh. Eine Rastlosigkeit befiel mich und gleichzeitig der Wunsch nach etwas mehr Stille.

"Mich packt Sehnsucht nach der Ferne.
Fühlt sich so nicht Heimweh an?
Furchtlos würde ich so gerne
zu mir kommen irgendwann."


Zudem merkte ich, dass ich eigentlich ausschließlich nur noch für die Miete im immer teurer werdenden Rhein-Main-Gebiet arbeitete. Wer da kein Bänker ist oder das klein Häuschen seiner Großmutter geerbt und nicht versoffen hat … dem Gnade Gott Mammon.

Also habe ich meine Noch-Zu-Lesen-Stapel – ja, es sind mehrere – und meine Tonträgersammlung, meinen Büro- und meinen Kompositionsrechner eingepackt und bin still und heimlich weggezogen. 

"Viel zu scheu, doch brech ich auf.
Ich breche auf und suche irgendeinen Sinn.
Alles neu: Ich breche auf.
Ich mach mich auf: Was kommt heraus? Wo führt es hin?"

Nebenbei: Allerspätestens jetzt sind wir leider keine richtige "Frankfurter Band" mehr, wie ein gewisser Wikipedia-Artikel schon so lange fälschlicherweise behauptet (das ist beileibe nicht der einzige Fehler dort). Ich werde meine Zeit in Hessen allerdings immer als sehr wertvoll ansehen, schließlich habe ich dort sehr viel Schönes und Unvergessliches erlebt. Deswegen komme ich auch gerne immer wieder. Allerdings ab jetzt zu Besuch.
Ein herzlicher Dank geht an alle netten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Nun darf es gerne Hey-hey-Wiki-technisch gerne einfach heißen „ASP sind eine Band aus Deutschland“, wenn es denn überhaupt so eine Herkunftsangabe braucht, schließlich sagt das über die Schönheit der Lieder so rein gar nichts aus. Aber derlei Infos scheinen ja wichtig zu sein. Musikalisch gesehen sind wir m.E. ziemlich europäisch, das hört man deutlich.

Auch der ASP-Onlineshop wird demnächst (Eile mit Weile) eine neue Adresse haben. Aus ähnlichen Gründen. Wenn ihr uns bei seinem Umzug unterstützen wollt, dann könnt ihr ihn uns gerne in den Sonderangebots-Wochen leerkaufen. Alles, was nicht umziehen muss, ist ökonomisch und ökologisch eine feine Sache, *zwinker*.

Ich schreibe diesen Journaleintrag in meinem neuen Arbeitszimmer, schaue (und ja, gehe auch) ab und zu ins Grüne und lasse mir von ihm Kraft und Ruhe schenken, für die zahlreichen Projekte und bevor es bald, bald, bald wieder auf Konzertreise geht.

Fortsetzung folgt …

Illu: Holger Much (Der alte Weidenmann)

7. Juli 2018

Nachgedacht in der Pause. Teil 1: Tonträger-Vortrag

Natürlich bin ich im vergangenen halben Jahr nicht blind und/oder taub und nicht gänzlich abgeschottet von der Außenwelt gewesen, und so habe ich durchaus die freundlich-spöttischen Kommentare gelesen, die mir ein richtiges Pausieren und Abschalten gar nicht zutrauten.

Das gibt einem natürlich zu denken.

Freilich, Output und Anzahl an Aktionen waren in den vergangenen Jahren gleichermaßen hoch, und mein offener Umgang mit dem stets hohen Arbeitspensum in der Öffentlichkeit trug wohl zu meinem Ruf als notorischer Viel- und Überarbeiter bei.

Nächstes Jahr werden es zwanzig (20!) Jahre, die dieser Wahnsinn schon andauert, da ist es durchaus an der Zeit, an vielen Stellen ein kleines Resümee zu ziehen und an die interessierten Menschen dort draußen (genannt Fans) zu kommunizieren.


Als allererstes habe ich mir vorgenommen, diesen kleinen Journal-Eintrag komplett beschwerdefrei zu verfassen. Ich wünschte, ich könnte diesen Begriff auch im Zusammenhang mit meinem Körper benutzen, hihi.
Wie auch immer: Ich habe eins in den vergangenen Jahren gelernt: Die Offenheit, mit der ich über die Veränderungen in der musikverwertenden Landschaft und den damit einhergehenden Herausforderungen für die Künstler gesprochen habe, hat viel negative Resonanz und eine Fülle ätzender Kommentare erzeugt.

Im Lande des Dauergenörgels und der Berufsbesserwisser (vor allem bei den „Social“-Media-Platt-Formen) vielleicht keine Überraschung, aber da ich ein Sensibelchen bin, hat das durchaus Spuren hinterlassen.

Deswegen lassen wir das ab jetzt, Freunde.

Im Grunde ist eines ganz wichtig: Thematisiert man Derartiges offen, fühlen sich diejenigen, die einen supporten, irgendwie immer mit angesprochen. Das ist uncool und natürlich an der falschen Adresse.
Deshalb mal folgendes Fazit aus den vergangenen Jahren zum Thema: Überleben in der Musikbranche:

IHR wisst, dass es kein Zuckerschlecken ist, und ICH gehe davon aus, dass IHR MIR das glaubt.

Ab sofort wissen wir also ALLE, woran wir sind, und ich rede ab sofort weniger drüber und tu mein Bestes, dass es weitergeht mit dem, was uns allen am Herzen liegt: der Musik von ASP. Abgemacht?
Wir werden weiterhin unsere Musik so machen, wie wir sie lieben: besonders und für die breite Masse inkompatibel. Von gefällig bis sperrig, von metallisch bis folkig … wie auch immer es mir für unsere Storys passend erscheint. Das werden keine Mainstream-Produzenten entscheiden, keine Major-Plattenfirma und auch sonst niemand. Nicht einmal die Fans. Wir machen es so, wie wir es für richtig halten, und hoffen dann darauf, dass es euch gefällt. Nur so ergibt das einen Sinn.

Leider funktioniert es aber auch nur mit Geld. So sehr ich auch den Bambi-Blick aufsetze, Studios, Musiker, Presswerke und Artworker: Sie alle können nicht gratis für mich arbeiten. So ist das nun mal, und das ist voll okay.

Auch wenn man einen Job gerne macht, muss man seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Wenn man dann nicht genug Geld verdient, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Man macht Abstriche in der Qualität, oder man spart so lange, bis man sich seinen Traum erfüllen kann. Da ersteres für uns nicht infrage kommt, geht nur zweiteres. 

Dann muss man halt notgedrungen mal etwas länger sparen und kann nicht jährlich oder alle 18 Monate ein Album produzieren.

Und für alles andere (Live-Alben, Konzertfilme oder ähnliches) muss die Crowdfunding-Variante her. Geht nicht anders und muss dann eben so gemacht werden.

Okay so weit?
Dann krempeln wir die Ärmelchen hoch und machen motiviert weiter.

Dank Eurer Unterstützung.
Beste Grüße,

Asp

Eines noch:
Tonträger sind etwas Wunderbares. Ganz gleich wie praktisch angeblich schrottig klingende MP3s oder Streaming sind: Tonträger sind und bleiben was Unersetzliches, wenn man Musik liebt. Ich weiß es, denn ich tu es.

Freut euch mit uns zusammen auf KOSMONAUTILUS, die Fortsetzung von ZUTIEFST und vierten Teil des FREMDER-ZYKLUS.

Das Album wird voraussichtlich am 25. Oktober 2019 erscheinen. Die ersten Demos sind schon in Arbeit und machen mir schon jetzt irrsinnig viel Freude.

Fortsetzung folgt …


7. Juli 2018

Nachgedacht in der Pause. Teil 2: ZWANZIG JAHRE

Im nächsten Jahr (2019) ist es wirklich „schon“ so weit: ASP wird 20.
ZWANZIG! 

Zweimal 10. Viermal 5! Und so weiter.
Irre.

Recht früh habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und kam relativ schnell zu dem Schluss: In dem Tempo, wie die Zeit vergeht, können wir unsere riesigen Geburtstagstorten gar nicht mehr aufessen. Das „Per Aspera Ad Aspera“-Sahnestück steht ja noch taufrisch im Kühlschrank, und die meisten Songs existieren schon in ausreichend vielen Versionen oder bedürfen einfach keiner Aktualisierung. Machen wir zum Jubiläum lieber was anderes: Konzentrieren wir uns auf ein tolles neues Album und einige besondere Shows zum Jubiläum, bei denen wir es alle geimeinsam richtig krachen lassen. Es werden nur eine Handvoll* Termine Ende April/Anfang Mai 2019. Vielleicht verbindet ihr ja die Reise zum Konzert mit einem Urlaubswochenende in einer schönen deutschen Stadt?

Natürlich wird es trotzdem ein besonderes Jahr, und Trisol wird es sich nicht nehmen lassen, die ein oder andere feine Aktion zum Geburtstag zu planen. Vor allem Vinyl-Freunde dürfen sich freuen. Eine neue Werkschau allerdings sparen wir uns, die Auswahl der „besten“ ASP-Songs fällt uns ohnehin immer viel zu schwer, und die Playlist fiele jedes Mal anders aus, je nach Stimmung und je nachdem, wen man zum Thema befragt. Das ist doch auch etwas Gutes, zumindest sagt es viel (Gutes) über die Lieder aus.

Einer der wenigen Vorteile des digitalen Musikkonsums ist ja, dass sich jeder seine Playlisten und „Best Of“-Compilations ganz leicht selbst zusammenstellen kann.

Das könnt Ihr ja direkt mal machen! Stellt Euch doch mal Eure ASP-Alltime-Lieblingslieder zu einer Playlist zusammen und vergleicht dann mit der Setlist unserer Jubiläumskonzerte.

Vielleicht machen wir ja ein Spiel draus, und der mit den meisten Übereinstimmungen bekommt einen Preis?

Fortsetzung folgt …


*Nur eine Handvoll: Nicht, weil wir nicht mehr und in jeder Ecke spielen wollen, mehr ging leider nicht. Alles schon voll.
Menno.

24. Mai 2018

In Memoriam Sébastien Mayé

Liebe Gleichgesinnte und Wohlgesonnene,

bitte mal kurz ganz bei uns sein! 
Das nun Folgende hat es absolut verdient, nicht mit der üblichen Husch-husch-Internet-Aufmerksamkeitsspanne gelesen zu werden. 
Sonst lieber ganz lassen!

Heute um 20:15 wird im TV, genauer gesagt bei RTL2, die Sendung "Voller  Leben" ausgestrahlt. Bei diesem Sendeformat geht es darum, todkranken Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen.

Sébastien war einer dieser Menschen. Sein Wunsch war es, mich einmal kennenzulernen, da ihm unsere Musik während seiner schweren Krankheit Kraft geschenkt hat.

Ihr alle kennt Sébastien, denn er ist der zweite Hauptdarsteller in unserem Video-Clip "Nehmt Abschied".

Nicht nur haben wir seinen Wunsch erfüllt, wir haben ihm also durch seine freundliche Mitwirkung (mit der wenigen Kraft, die er an diesem Tag hatte) ein klitzekleines bisschen Unsterblichkeit geben können.

Ein klasse Typ war "der Mayé", und ich fühle mich sehr geehrt, ihn kennengelernt zu haben.



Warum haben wir das nicht an die große Glocke gehängt?

Weil wir kein Vertrauen zu den Machern dieses TV-Formates haben? RTL2 ist ja nun bekanntermaßen nicht so "unser Ding" ... (sorry, lieber Sender).

Nein. Es ist Sébastiens Sendung! Nicht meine. Dort spielt er die Hauptrolle. Nicht ich.
Leider weiß ich nicht, wie der Beitrag geworden ist. Ich hoffe, die Produktionsfirma hat das würdig und anständig, nicht zu sensationsheischend verwirklicht.

Ich habe am Tag des Drehs mein Möglichstes getan, ihm seinen Wunsch auf angenehmste Art und Weise zu erfüllen, und war sehr beeindruckt von Sébastien.
Wir haben uns ganz ausgezeichnet verstanden und hatten einen prima Draht zu einander.
Darauf kam es an. 
Das war es, was zählt.

Ob die Glotze das schaffen wird, dass das rüberkommt? Wir werden sehen. 

Mach's gut, Sébastien!
Asp

Nehmt Abschied, Freunde, niemand weiß, wann wir uns wiedersehn.
Der Nachtwind lockt und flüstert leis, wer kann ihn schon verstehn?

1. Mai 2018

ERSTES KONZERT DER ZL&E AUSVERKAUFT

Wir sind auf positive Weise schockiert, liebe Freunde!

Nun ist es offiziell: Das Konzert am 2. Oktober im Pavillon in Hannover ist restlos ausverkauft!
Fünf Monate vor Tourstart ein ausverkauftes Konzert, das ist unglaublich toll und spornt uns in unseren Bemühungen für die ZAUBERERBRUDER LIVE & EXTENDED TOUR weiter an. Danke!


Asp + Band + Crew

16. April 2018

Album bleibt unangetastet

Der lange Weg zurück zur Teufelsmühle, Teil 2

Liebe Freunde!
Im letzten Journaleintrag berichtete ich von den neuen Stücken, die sich als erweiterte Kapitel in den Krabat-Liederzyklus einfügen werden.

Um noch einmal allen Missverständnissen vorzubeugen: Sie werden sich bei unserer geplanten Tour im kommenden Herbst live einfügen. Nicht auf der CD.


Wir sind beinahe berüchtigt dafür, immer mal wieder irgendwelche Stücke und Alben neu aufzunehmen, ein noch recht aktuelles Beispiel ist die zum Album angewachsene EP „GeistErfahrer".
Es soll klargestellt werden: Wir haben nicht vor, irgendwie Hand an das Doppelalbum von 2008 zu legen. Es ist, wie es ist, mit all seinen schönen Momenten, mit all seinen Fehlerchen (für die ich ganz alleine verantwortlich gemacht werden darf, die anderen Beteiligten haben alles ganz wunderbar gemacht) und genau so, wie die Hörer es kennen und teilweise lieben gelernt haben.

Die Jubiläums-Ausgabe der Doppel-CD, die Trisol freundlicherweise in die Läden bringt, hat allein den Sinn, das Album durch einen gnadenlosen Kampfpreis neuen Menschen nahezubringen und so weitere Freunde zu finden. Ihr wisst ja, wir brauchen jeden dort draußen, der sich auf das Abenteuer ASP einzulassen vermag!
Die neuen Songs sind nicht drauf! Wie auch? Sie sind zwar fertig komponiert und getextet, bis aber alle Musiker die Stücke einstudiert haben, wird es noch ein wenig dauern. Im Herbst, bei 

Zaubererbruder – Der Krabat-Liederzyklus LIVE & EXTENDED,

wird ihre Premiere dann – wenn alles gutgeht, und das muss es – stattfinden.

Aber keine Sorge, höchstwahrscheinlich müssen die Fans des gepflegten Zuhause-Lauschens nicht auf Aufnahmen der neuen (und alten) Songs verzichten, denn wir haben vor, das Konzert mitzuschneiden und durch eine große Crowdfunding-Aktion für die Ewigkeit zu bewahren.

In Kürze erfahrt ihr dazu mehr, und wir hoffen auf eure Unterstützung.

Fortsetzung folgt …


3. April 2018

Extended = erweitert

Der lange Weg zurück zur Teufelsmühle, Teil 1

Eine weitere Folge aus unserer beliebten Sendereihe „Was macht Asp eigentlich in dieser sogenannten Pause?“ steht ins Haus:

Es mag den Anschein erwecken, dass die Geschichten nie wirklich vollständig erzählt sind, wenn sie auf eine ASP-CD gebannt schließlich das Licht der Welt erblicken. Und ja: Kaum ist das Master auf dem Weg ins Presswerk, fallen mir auch schon all die wichtigen Momente ein, die noch hätten erzählt werden sollen.

Aber irgendwann ist eben die Deadline gekommen, und dann muss das Erzählerherz eben auch mal schweigen. Oft genug stellt sich das rückblickend als gar nicht so übel heraus, denn sonst fände ich oftmals überhaupt kein Ende. Zudem ist es hilfreich, wenn man eine Story durch eigenen oder fremden Druck mehr oder weniger auf den Punkt bringt. „Zaubererbruder“ ist ein schönes, recht rundes Album geworden, betrachtet man den enormen Zeitdruck, unter dem es entstanden ist. Dennoch spukten immer mal wieder um die Osterzeit (auch für mich ist Krabat irgendwie immer ein Roman gewesen, der eng mit der Osterzeit verbunden ist, obwohl am Anfang ja die heiligen drei Könige unterwegs sind, zumindest in der Preußlerschen Version) zwei wichtige Motive in meinem Kopf herum, die ich sehr gerne umgesetzt gewusst hätte, damals, vor … aua … über einem Jahrzehnt.

Ich will zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel über den konkreten Inhalt verraten.
Die Pause sollte mir nun gestatten, diese beiden Haupt-Songideen endlich umzusetzen.
Die eine davon war damals noch vage und eher eine Art unbeantwortete Frage in mich selbst hinein: „Was hat Krabat denn empfunden, als er die Stimme der Kantorka zum ersten Mal hörte? Wie entzündete sich dieses große Feuer zwischen den beiden, das in „Mein Herz erkennt dich immer“ dann schon so hell und strahlend entbrannt ist?“ 

Dem galt es nachzuspüren.


Ganz anders ist es bei dem anderen Stück. Seinen Titel trug ich nun so viele Jahre in meinem Kopf herum, und ich bin mehr als froh, ihn mitsamt Lied in diesem Herbst endlich auf die Bühne bringen zu können. Vielleicht habe ich ihn damals immer nach hinten geschoben, weil er ein so furchtbares, schauriges Kapitel darstellt, das ich zur damaligen Zeit nicht wirklich zu erzählen die Kraft hatte … Fakt ist: Wie die krächzenden Stimmen der Raben und des Meisters den jungen Krabat in den Koselbruch lockten, so zog mich dieses Stück in seinen Bann. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Schwarze Mühle noch nicht mit mir fertig war.

Also machte ich mich dran, und pünktlich zum Osterfest 2018 schloss ich die Arbeiten an den beiden Songs ab. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir schon fertig sind, schließlich ist es noch ein weiter Weg, bis wir im Oktober die Tour starten, und es muss noch viel musiziert werden. Aber die Demos sind so weit fertig, und ich habe das wunderbare Gefühl, dass sie sich sehr gut einfügen werden in die „alten“ Songs.

Es war verblüffend, wie mühelos es sich wieder in die Rabenfedern schlüpfen ließ, fast als wäre ich nie weg gewesen.

Fortsetzung folgt …


1. April 2018

Walzer und Wälzer

Was macht eigentlich Asp in dieser sogenannten Pause? Heimlich doch ganz viel arbeiten? 

Die Antwort lautet ganz eindeutig: teils teils.
Viele meiner „Freunde“ dort draußen werden das folgende Bekenntnis nur allzu gerne hören und laut ausrufen: „Hab ich es doch immer gewusst!“
Denn ja, ich muss gestehehen, es ist wahr:
Ich bin gewissermaßen so etwas wie ein Hochstapler.


Denn hoch stapeln sich nicht nur zahlreiche Bücher auf meinem Noch-zu-Lesen-Stapel, nein, auch die Projekte stapeln sich hoch. Um nicht unter ihnen begraben zu werden, wenn die Stapel irgendwann zum Einsturz gebracht würden (was schlimm wäre) oder ich sie alle aus Frust in die Tonne kloppen müsste, weil sie schlicht nicht mehr zu ordnen gewesen wären, musste hier ein knallhartes Auswahlverfahren her.

Und neben meinem angekündigten Nachdenk-Marathon bezüglich des zukünftigen Fortbestandes der ASP-Maschinerie  – wobei dies eine Übertreibung ist, schließlich handelt es sich eher um ein Maschinchen –  stapelte ich mal um, suchte mir die dringendsten (und schaffbarsten) Herzensangelegenheiten heraus und versuche nun, sie nebenher abzuarbeiten.
Nebenher auch deswegen, weil die Herbsttour in beiden Bereichen, LIVE genauso wie EXTENDED einen nicht zu unterschätzenden Fulltime-Job darstellt.

Wie dem auch sei.

Eine dieser Herzensangelegenheiten war die Neuauflage der Mutter aller ASP-Bilderbücher - „Die Kleine Ballade vom Schwarzen Schmetterling“.
Seit Jahren gehe ich Herrn Hammann damit auf die Illustratorennüsse.
Kann doch nicht sein, dass es keine anständige Buchausgabe mehr davon gibt! Und endlich ließ er sich breitschlagen. Heimlich unterstelle ich ihm, dass er mich mit seiner Zurückhaltung, dieses weitere Großprojekt in Angriff zu nehmen, ein bisschen vor mir selbst schützen wollte. Er weiß ja, wie viel Arbeit mir immer (zu ungleichen Teilen freiwillig wie unfreiwillig) aufgehalst wird.

Aber in meinem "Urlaub" mache ich (zu ungleichen Teilen) ein bisschen mehr, was ich will, und ergründete endlich das Geheimnis vom „Doppelten Rottchen“. In Form einer Moritat. Schlägt man das Wort nach, wird man unweigerlich auf den Begriff Bänkelsang stoßen, und gesungen muss man sich dieses Gedicht vorstellen, welches ich für die Neuausgabe ersonnen habe.
Ich dachte, das passt ganz gut, schließlich haben nun seit Ersterscheinung des Buches sowohl Text als auch Texter ihren Umfang mal eben fast verdoppelt, hihi.

Ziemlich schnell wird beim Lesen deutlich: Es wird in einem Dreier gesungen. Nein, das ist keine Anstößigkeit (wovon die Moritat selbst keinen Mangel leidet), sondern eine rhythmische Geschichte (im wahrsten Sinne des Begriffes).
Man darf sich aussuchen, ob der Vorleser-Sänger-Moderator nun im Dreivierteltakt oder im Sechsachteltakt moritiert, das spielt keine Rolle.

Ein wichtiges Element von Bänkelsang und Moritatenvortrag ist nämlich das Durchbrechen der Vierten Wand. Daher:
Du kannst es dir aussuchen, lieber Leser!

Hol dir das Buch.

Im Grunde ist es ein neues, und man bekommt den „alten“ Inhalt gratis dazu, *zwinkerzwinker*.

Der Pausator



30. Dezember 2017

ASP IM FERNSEHGARTEN!

Liebe Freunde des digitalen Einkaufs,

falls ihr in den kommenden Tagen beim Download der neuen Single "zutiefst …" über die folgende Bezeichnung stolpern solltet:

zutiefst … (Fernsehgarten Edit)

so beherzigt den nun folgenden Hinweis:
DAS IST EIN GAG!

Eine der ganz großen Download-Plattformen (wir nennen keine Namen) akzeptierte unsere Bezeichnung "Single Edit" nicht und somit hätte die komplette Single nicht in den digitalen Vertrieb gehen können. Warum, das wissen nur die Erfinder der ehernen Gesetze der Namens-Etikette in den heiligen Tempeln der Musik-Parasi… äh … -Anbieter.
DIESE VERSION IST IDENTISCH MIT DEM SO GENANNTEN "SINGLE EDIT" AUF DER CD!

Mit was man sich in seiner Pause alles rumschlagen darf … boah, ey!



22. Dezember 2017

Zutiefst willkommen

Nach so einer Begrüßung fiel es Asp am 19. Dezember viel leichter, fast zehn Stunden lang "durch zu drehen".

20. Dezember 2017

Zutiefst erschütternd: Grausige Funde

Beim Aufräumen gefunden:

Das Alternativcover zum aktuellen Album. Für alle, denen es mal wieder zu gruselig war. Oder zu wenig synthie. Oder zu wenig durch-die-blume. Oder zu viele Adjektivierungen. Oder zu irgendwie oder irgendwie nicht. Oder zu viel ich und zu wenig du, zu viel Müllers Esel ohne Apostroph oder zu wenig Kuhweide.

So wär es sicher endlich mal eine Nummer 1 geworden.
Diese spannende Folge aus der Serie "Auch das ist irgendwie Humor" präsentierte Ihnen der

Pausen-Clown Penny-Weis

7. November 2017

Earbook & Digibook - Was ist das?

Liebe Freunde des gepflegten Gothic Novel Rock,

Verwirrung gab es wohl einige, ob der Bezeichnungen der verschiedenen Editionen von ZUTIEFST, welche das Presswerk seinen Produkten verpasst. Ist ja auch nicht einfach.
Heute schauen wir uns mal die beiden Begriffe "Earbook" und "Digibook" an:
Im Earbook sind keine Ohren (bei guter Behandlung) und das kleinere Digibook (wird auch als Mediabook bezeichnet) ist auch kein Digipack, welcher gefaltet und ohne das stabile Hardcover-Deckelchen auskommt.
Was ist der Unterschied?
Die Größe!

Der Herr Würz hat so ein hammergeiles Artwork abgeliefert, das muss in Schallplattengröße wirken dürfen, dachten wir uns.

Deswegen haben Trisol und ASP sich für eine Deluxe-Edition im Großformat entschieden.
Dort haben die Texte jeweils eine Extra-Doppelseite spendiert bekommen, während sich im kleinen Digibook Text und Gemälde eine Doppelseite teilen müssen (das geht nicht anders, weil man nur eine bestimmte Anzahl Seiten im Digibook befestigen kann).

Wer also auf großformatige Artwork-Welten steht, der sollte zum Earbook greifen, welches sich als großformatiger Bildband entpuppt, in dem zwei CDs angebracht wurden.

Das heißt nicht, dass unsere "kleine" Version nicht auch sehr schön ist. Sie ist halt nur sehr… klein und zutiefst komprimiert.
Das Earbook befindet sich natürlich auch in der Box-Edition, die wir exklusiv im eigenen Shop vertreiben.

So. Nun weiter Taschen packen für die letzten Konzerte der 20.000 Meilen Tour.

Asp

P.S.: Unser aller Rundumlebensbestimmer und Konsumriese Amazon hat unser Earbook übrigens so gut versteckt, dass es an Unauffindbarkeit grenzt. Obwohl es so groß ist. Deswegen zeige ich ausnahmsweise mal, wo es sich versteckt hat. HIER.

2. November 2017

Parole: Poesie!

Liebe Freunde,

ich hatte das Bedürfnis, Euch ganz rasch noch einen Journal-Eintrag zu schreiben, während ich mich auf die nächsten Termine der Tour vorbereite. Hier ist er:

Als Konstantin Wecker mich fragte, ob ich bei der Neu-Einspielung von „Sage nein!“ mitwirken wollte, sagte ich natürlich begeistert zu, denn es ist ja kein Geheimnis, dass sein Schaffen mich stark beeinflusst und sein Umgang mit Sprache mich immer sehr beeindruckt und inspiriert hat. Nicht nur seine politischen Lieder, sondern auch das Zarte, seine Liebesgedichte. Obwohl die Grenzen mir auch oft verschwommen scheinen. Um mal ein anderes großes Idol zu zitieren, nämlich den schottischen Folksänger Dick Gaughan:

„All the songs that I sing are love songs,
but their love is a different kind.“

Es mag an der urtümlichen Inbrunst des Vortrages liegen oder an seiner nie versiegenden Zuversicht, dass die Menschheit nochmal vernünftig wird (die mir ja völlig abgeht, wie ebenfalls bekannt sein dürfte): Sein Werk strahlt für mich eine große Hoffnung aus, in deren Schein ich mich ab und zu begeben muss wie unter eine heiße Dusche nach einem langen Tag in Schnee und Eis.

Wir hatten das Stück „Sage nein!“ ja für die „Ich bin ein wahrer GeistErfahrer“-Tour sogar wieder im Live-Programm gehabt, und ich finde, es ist eine wichtige Botschaft, wenn nicht sogar wichtiger denn je, wenngleich auch mir nicht entgangen ist, dass die Message dieses Songs – und auch die der eigenen mit ähnlichem Hintergrund – nicht überall gleich gut angekommen ist, um nicht zu sagen: Man spürt es allerorts: Es wird wieder kälter in Deutschland. 

Die Unmenschlichkeit wird wieder salonfähig, selbst in unserem kleinen „Biotopia“. Das schmerzt mich, weil ich, naiv wie ich manchmal bin, dachte, in unserer Toleranz so stark einfordernden kleinen Szene sei diese „eisige Wirklichkeit“ nicht angekommen. Ich hätte es besser wissen müssen, hab ich doch meine bitteren Erfahrungen gemacht. Aber manchmal ist der Wunsch eben größer als der Hang zur Realität.Nichtsdestoweniger und trotz aller Nachdenklichkeit, die mit der Aktion über mich gekommen ist, war es eines der absoluten Highlights meiner – nennen wir es mal in Ermangelung eines besseren Begriffes „Karriere“ –, und ich bekam auf der anderen Seite viele Begeisterungsbekundungen aus unerwarteten Richtungen.Ich besuchte dann eines der Konzerte von Konstantins Jubiläumstournee (welche noch immer läuft), und wir lernten uns persönlich kennen.

Das war ehrlich gesagt ein wahnsinnig toller Moment, denn der mittlerweile 70jährige Herr Wecker hat mich mit seiner Offenheit, seiner warmherzigen Art mir gegenüber und seinem von Berührungsängsten mit meiner „düsteren Kunst“ völlig befreiten Wesen sehr beeindruckt.
Ich muss auch sagen: Vielleicht ist dieser, pardon, Wecker der Spät-(aber hoffentlich nicht letzten)phase mir sogar der angenehmste, gleichwohl ich freilich Lieder aus allen Schaffensperioden schätze. Aber dieses Altersweise (Ein schönerer Begriff wäre Erfahrungsweise) und vor allem das etwas Mildere, das steht ihm unglaublich gut. Es wirkt so echt, nein, wahrhaftig.

Wir unterhielten uns über alles Mögliche bei dieser Gelegenheit und natürlich auch über seine Texte und die grandiose Setlist seines Konzertes. Später schrieb ich Bezug nehmend auf seinen neuen Song „Den Parolen keine Chance“ und unter dem Einfluss dieses wundervollen Abends das Stück „Parole: Poesie!“, welches ihm gewidmet ist. Es ist eine Hommage an sein Schaffen und seine Haltung. Seine Werkschau heißt ja „Poesie und Widerstand“, und im Gespräch mit Konstantin kam mir in den Sinn, dass wir alle , die wir uns mit Poesie, Lyrik und den schönen Künsten beschäftigen, ohnehin schon Widerstand gegen die Kälte der Welt leisten. Und ich formulierte das um zu der Schlussfolgerung „Poesie IST Widerstand“, welcher Konstantin begeistert zustimmte. Eine tolle Sache war das, ein inspirierendes Gespräch, und ich reagierte auf die Art, wie ich es meine am besten zu können: mit einem Lied für ihn. Mit „Parole: Poesie!“ wollte ich sowohl textlich als auch musikalisch einen Wecker-Song mit einer Prise ASP schreiben, ohne zu covern oder mich bei ihm zu bedienen. Sozusagen einen Song schreiben im Geiste seiner Schaffenswelt. Ich hoffe, es ist gelungen und er fühlt sich beschenkt.

Ich jedenfalls fühlte mich sehr beschenkt von dieser Begegnung. „Das macht mir Mut, so muss das sein …“In einem Interview sagte ich neulich: Poesie ist in jugendlichem Alter heutzutage so ziemlich das Uncoolste, womit man sich beschäftigen kann. Deshalb ist Poesie jedoch eine Art des Widerstandes. Poesie zu lieben, ist Widerstand. Sich zur Poesie zu bekennen, ist Widerstand. Widerstand gegen das Establishment und die Großschwätzer mit ihrem Männlichkeitswahn. Wer heute zugibt, Derartiges zu lieben, ist für mich bereits ein Held.

Nun denn, ihr Helden und Heldinnen!

Viel Freude wünsche ich euch mit „Parole: Poesie!“, welches zwar ein Bonus-Track ist, aber beileibe nicht NUR ein Bonustrack!

Hier kommt der Text, das Lied befindet sich auf allen limitierten Ausgaben des Albums „zutiefst“.

Parole: Poesie!
(für Konstantin Wecker)

Wenn unsre Worte nicht mehr reichen,
sind sie auch noch so reich an Sinn,
beginnt sich Kälte einzuschleichen,
und die Magie ist bald dahin.
Wenn Worte nicht in dir auslösen,
dass du gedeihst und bald erblühst,
sind sie die Wurzel alles Bösen,
und deine Welt bleibt öd und wüst.

Wenn sie Befehle lauthals brüllen
und du die Pflicht hast strammzustehn,
Worte dich nicht mit Stolz erfüllen,
den sie als Lohn des Kampfes sehn.
Wenn auswendig gelernte Phrasen
dich ratlos lassen, „dummes Kind“.
Wenn alle Freiheitswünsche „Phasen“
und Emotionen Schwächen sind.

Dann wird es Zeit, dass du begreifst …
und alle falsche Scham abstreifst!

Sind die Parolen besiegt,
die, die sie grölen, ausgemerzt,
wenn ein Gedicht schwerer wiegt,
dann sind wir endlich beherzt!
Verstand und Seele sind vernetzt,
und Bauch und Kopf gehn Hand in Hand!
Eine Parole bleibt zuletzt:
Poesie ist Widerstand.

Denn selbst vom bravsten Konsumenten
bleibt nur ein trauriges Skelett.
Von den Bedürfnisproduzenten
stammt nicht ein einziges Sonett.
Haben dich Slogans taubgeworben?
Lässt dich ihr Locken endlich kalt?
Ist jeder Lustschrei längst erstorben
und jedes Echo lang verhallt.

Die Prosa lässt dich nicht erwachen,
reicht nicht ins Innerste hinab.
Du kannst dir keinen Reim drauf machen,
und manchmal prallt sie an dir ab.
Spürt niemand Freude an der Ode:?
kein Götterfunke weit und breit.
Ist sie angeblich aus der Mode,
geh lieber nicht mehr mit der Zeit!

Sie flieht doch ohnehin zu schnell.
Drum werd beizeiten ein Rebell!

Sind die Parolen besiegt,
die, die sie grölen, ausgemerzt,
wenn ein Gedicht schwerer wiegt,
dann sind wir endlich beherzt!
Verstand und Seele sind vernetzt,
und Bauch und Kopf gehn Hand in Hand!
Eine Parole bleibt zuletzt:
Poesie ist Widerstand.

Sie ist an sich schon Rebellion.
Es lehnt sich auf, wer sie genießt.
Lustvolles Wort – statt Kastration! –,
wenn Poesie sich draus ergießt.
Alle Parolen solln vergehn
und auch das grölende Gesocks.
Nur eine darf weiter bestehn,
klingt es auch schrecklich paradox:
Sie bleibt als Mahnmal ausgestellt.
Nur die Parole hat Bestand:
In dieser viel zu harten Welt
ist Poesie stets Widerstand.

Und du bist längst dafür bereit:
heute und für alle Zeit!

Sind die Parolen besiegt,
die, die sie grölen, ausgemerzt,
wenn ein Gedicht schwerer wiegt,
dann sind wir endlich beherzt!
Verstand und Seele sind vernetzt,
und Bauch und Kopf gehn Hand in Hand!
Eine Parole bleibt zuletzt:
Poesie ist Widerstand.

Wenn alle Sänger nicht mehr singen,
weil jemand sie verstummen lässt,
bloß Worte nackt in dir erklingen
und weiter schwingen als Protest.
Sind die Gebete Hasstiraden,
erfand ein Gott sie sicher nicht.
Solln, statt zu heilen, sie nur schaden
– verflucht! –, sprich lieber ein Gedicht!

24. Oktober 2017

Christian von Aster und Holger Much mit neuem Buch zu Besuch

Guten Morgen,

ich habe erfahren, dass mein Weidenmann-Freund Holger Much am selben Tag im schönen Leipzig weilen wird wie die Band ASP. Denn dort wird mit Lesung und Ausstellung das Erscheinen des neuen Buches "Das Koboltikum" gefeiert, welches Christian von Aster geschrieben und Holger auf seine unnachahmliche Art illustriert hat.
Leider werde ich aber Soundcheck im Haus Auensee haben, wenn die beiden ihr Buch vorstellen. Das geht ja nu mal gar nicht!

Also habe ich Christian und Holger kurzerhand eingeladen, dem Konzert beizuwohnen und – wenn sie schonmal da sind – einige Exemplare ihres neuen Werkes mitzubringen.
Natürlich freut sich Holger auch, Euch weitere Exemplare des "Alten Weidenmanns" zu signieren, wenn ihr noch keines habt.

Also: Am Samstag, 28.10., nach unserem Konzert in Leipzig die Augen aufhalten!

Vorbereitungswimmelige Grüße,

Asp

18. Oktober 2017

OFFIZIELLER ASP-VIDEO-CLIP: ZEICHENTRICKFILM

Ladies and Gentlemen!

Viele wussten es ja schon: Ich wollte schon immer mal einen "Zeichentrickfilm" als Musikvideo haben. Nachdem ich vor rund 10 Jahren bereits den Herzenswunsch eines Stop-Motion-Puppentrickvideos erfüllt bekommen habe (Me), ist es nun endlich wahr geworden:
In liebevoller Akkordarbeit hat das Superteam bestehend aus RINO PELLI (Animation) und FABIA ZOBEL (Artwork), die vielen von Euch von unserer zwielichtigen Bücherzusammenarbeit bekannt sein dürfte, im Geheimen einen voll animierten Kurzfilm zu unserer Single 20.000 Meilen hergestellt!
Nein, gezaubert!
Aus einer Vielzahl von Aspschen Mini-Ideen und Storyschnipselchen haben sie ein fünfminütiges Unterwasserabenteuer-Feuerwerk kreiert, welches der ASP-Welt wirklich würdig ist. Schön, schön, schön!

Meine spontane Reaktion auf dieses wundervolle Tiefseegewimmel beim ersten Ansehen war ein begeistertes: NOCHMAAAAAL!

Ich hoffe, Eure wird ähnlich ausfallen…

Ganz viel Spaß mit dem wunderbaren, total verrückten Video-Clip!
Tausend Dank an Rino und Fabia. Und danke auch an Alex von Trisol für seine Unterstützung bei der Sache.

zutiefst entzückt und sehr stolz,

Asp

Das sind sie übrigens, die beiden tollen Künstler aus Hamburg, Rino und Fabia:

15. Oktober 2017

Box unboxed

Liebe Freunde.

Arbeit, Arbeit, Arbeit …

Die Tour rückt näher, im Shop wird rotiert wie nie zuvor, bald erscheint das neue Album … 
Und zwischendurch hat mein freundlicher Kumpel Mattes aka DeinAntiheld ein kleines Unboxing-Video von der Limited Box Edition für uns gemacht. Danke an dieser Stelle!
Und das muss ich natürlich kurz mit euch teilen, bevor weitergewuselt wird (und Texte, Texte, Texte gelernt werden müssen …)

*Huscht davon und lässt das Filmchen da*
Euer
A.

13. Oktober 2017

mit gebrochenem Flügel

Asp hat im September seinen Freund Vincent Sorg in den berühmten Principal-Studios besucht, um mit ihm einer alten Tradition folgend eine Piano-Version eines Titels vom neuen Album aufzunehmen. Die Engel fielen, und die Wahl fiel leicht. Das epische „BernsteinmeerengeL“ wird es nun in einer herzzerreißenden „Version mit gebrochenem Flügel“ geben. Diese erscheint exklusiv in unserer aufwändigen Box-Edition im eigenen Shop auf einer eigenen zusätzlichen CD im dafür von Timo Würz gestalteten Pappschuber.

Für Eure Aufmerksamkeit und auch ansonsten
zutiefst dankbar,

Euer
ASP-Team


1. Oktober 2017

TRAILER ZU ZUTIEFST ONLINE

Herzlichen Dank an Thomas Klieber aka Vincent, der dieses kleine Tiefsee-Meisterwerk gezaubert hat und natürlich Timo Wuerz, ohne dessen Artwork-Umsetzung all das nicht möglich wäre.

29. Juli 2017

Band-Auflösung (nicht wir)

Um dem Vorwurf des Aufmerksamkeits-Fishings direkt zu entgehen.

NEIN! ES GEHT NICHT UM ASP

Seufz.
Seit heute ist es offiziell. Die Band SPIELBANN wird sich auflösen.

Die Gründe dafür sind vielfältig und ich möchte darauf nicht eingehen. Das soll die Band selbst tun.

Ihr Statement könnt ihr hier ansehen.


Normalerweise habe ich oft die richtigen Worte parat, aber eher, wenn es um Songtexte und Gedichte geht. Hier fehlen sie mir, um meine Enttäuschung und Traurigkeit auszudrücken.

Ich verstehe die Entscheidung.
Die Beweggründe kann ich nachvollziehen.
Sie machen mir sogar ein wenig Angst, denn man weiß nie, wann die nächste Band aufgeben muss, bei den wirklich schweren Umständen, welche aufstrebende Musik- und speziell Kunstschaffende heute erwarten.

Vor allem in eine öffentliche Meinung, die überwiegend vorgibt, dass alle, die keinen Erfolg mit ihrer „Kunst“ haben, selbst dafür verantwortlich seien. Welch ein herzloser und zutiefst gefühlskalter, vor allem aber entsetzlich selbstgerechter und unfairer Gedanke …

Nun.
Es ist, wie es ist.

Ich finde, dass Spielbann eine Band gewesen ist, die live so krass abgeliefert hat – das hätte was werden müssen.

Zweimal werden sie das noch beweisen:

Am 08. Dezember in Rüsselsheim und am
16. Dezember in Bochum.
Tickets für die Abschiedskonzerte gibt es hier

Danach heißt es endgültig: Lebewohl.

Für mich persönlich ist es traurig, weil viele der Songs auf den letzten Alben auch sehr stark „meine Babys“ sind.

Es tut mir leid, dass sie nun vermutlich nie mehr einem größeren Publikum präsentiert werden.

Es ist kein wirklicher Trost, dass wir auf unserem neuen Album

ZUTIEFST

mit der Coverversion von „Reflexionen“ das wohl letzte musikalische Lebenszeichen von Spielbann haben dürfen, bei der Nic Frost eine Gänsehaut erzeugende Gesangsleistung vollbracht hat und durchblicken lässt, was hier alles möglich gewesen wäre.

Die Lieder werden bleiben.